Ein bekannter Spruch sagt: „An den Kindern sieht man, wie die Zeit vergeht.“

Die Bürgerstiftung hat es sich mit dem Schwerpunkt „Gesund Aufwachsen in Fellbach“ zur Aufgabe gemacht den Nachwuchs beim Großwerden zu unterstützen

Dagmar Feuerstein, Schulleiterin der Anne-Frank-Schule ist vom „Gesunden Frühstück“ überzeugt: „Das ist ja nicht nur Essen die gemeinsame Vorbereitung und das Frühstück mit allen zusammen, das füllt nicht nur den Bauch – auch die Seele. Und es ist aus unserem Schulalltag nicht mehr wegzudenken.“ Auch Bewegung hält gesund – mit der Seepferdchen-Initiative unterstützt die Bürgerstiftung Fellbacher Grundschulen beim Schwimmunterricht: „Die Mitarbeiter vom F3 können direkt mit den Kindern ins Becken, wir Lehrer müssen zur Aufsicht draußen bleiben. Mit diesem Modell lernen einfach mehr Kinder schwimmen, das ist ein echter Gewinn“ so Laura Nefzger, die Schulleiterin der Silcherschule.  Moderatorin Petra Klein führte durch den Montagabend mit kurzweiligen Talkrunden – musikalisch begleitet von jungen Talenten der Fellbacher Musikschule (Matthias Kurz, Momme Löser und Hannes Schneider).

Grundschulkinder aus Fellbach lernen schwimmen - das F3 unterstützt die Schulen beim Schwimmunterricht

Oberbürgermeister Christoph Palm a.D.  erinnert gerne an die Anfangszeit der Bürgerstiftung, deren Gründung er maßgeblich mitgestaltet hat. „Damals gab es eine Gründungswelle von Stiftungen und wir haben uns gefragt, ob das auch etwas für Fellbach wäre“, erinnert sich Palm. „Manchmal beginnt alles mit einer Idee und mit Menschen, die daran glauben “ – so wie auch Ingolf Epple, der als ehemaliger Vorstand der damaligen Fellbacher Bank, die Idee einer Bürgerstiftung für Fellbach mitunterstützt hat. „Vertrauen in die handelenden Personen ist wichtig“ so seine Überzeugung. Gemeinsam unterschrieben wurde das Stiftungsgeschäft dann am 27. April 2005. „“ Armin Hornung, der Vorstandsvorsitzender der Volksbank am Württemberg versprach: „Durch die örtliche Verbundenheit haben wir die Bürgerstiftung 20 Jahre begleitet und wir werden sie auch in den nächsten 100 Jahren begleiten.


Initiatoren, Ideengeber, Begleiter und Unterstützer konnten an diesem Abend auf mehr als 300 geförderte Projekte zurückzublicken. So wie auf die Projektwoche von und für ukrainische Jugendliche. Das war eine gute Unterstützung fürs Ankommen in Fellbach, erzählen Valariia Frelik und Benjamin Scholz vom Kultur- und Begegnungszentrum PLEKS. Das Engagement vieler Spender und Stifter hat seit 2005 auch die Unterstützung von 500 Menschen in Notlagen möglich gemacht

Dass Stiftungsvorstand und Stiftungsrat gemeinsam für Fellbach wirksam sein wollen, dass kann auch Harald Raß, Mitglied des Stiftungsvorstands bestätigen: „Die Zusammenarbeit klappt gut!“ und Stiftungsratsmitglied Martin Oettinger setzt neue Ziele: „Wie können wir  die Bürgerstiftung noch bekannter machen?“ Dass 20 Jahre wie im Flug vergangen sind, das macht auch die Stiftungsrätin Annika Gauß deutlich: „Ich war als Kind auch schon beim gesunden Frühstück dabei!“

An diesem Abend gab es also viele Gründe zu feiern und auf erfolgreiche 20 Jahre zurückzublicken:

„Heute Abend wird nicht nur Bilanz gezogen, es wird vor allem auch aufgezeigt, was die Bürgerstiftung für die Menschen in Fellbach und unsere Stadtgesellschaft leistet. So ist dieses Forum ein lebendiges Zeichen dafür, was wir  gemeinsam bewegen können, wenn wir Verantwortung übernehmen und uns für unsere Stadt engagieren“, so die Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Oberbürgermeisterin Gabriele Zull.

Die Talkgäste vom Stifterforum 2025 versammeln sich mit dem Stiftungsvorstand und dem Stiftungsrat auf der Bühne

Stifterforum 2023

Bürgerstiftung Fellbach stellt vier neue Förderprojekte beim Stifterforum vor

Musik, die Menschen zusammenführt, Schwimmunterricht, Hilfe für Geflüchtete oder Initiativen für mehr soziale Sicherheit – die unterstützten Projekte der Bürgerstiftung Fellbach sind vielfältig. Bei ihrem ersten Stifterforum in Präsenz nach dreijähriger Coronapause hat die Bürgerstiftung Fellbach am Montag, den 27. Februar 2023, vier ihrer Projekte vorgestellt.

„Die vergangenen Jahre haben uns gezeigt, wie gut es ist, auf die Bürgerstiftung vertrauen zu dürfen“, betonte Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull bei ihrer Begrüßung im Waldschlössle. Sie bedankte sich bei allen, die sich in der Bürgerstiftung engagieren, über den eigenen Tellerrand hinausschauten und die Not der Mitmenschen sähen. „Viele Projekte wären ohne die Stifter, Spender und Partner, ohne die Bürgerstiftung, nicht so wirkungsmächtig“, führte Zull aus.

Die vorgestellten Projekte zeigten beispielhaft, wie geholfen werden kann und „welche Energien sich mit dieser Hilfe freisetzen lassen“, so Zull. Mit den Initiativen werde der Zusammenhalt in der Stadt gestärkt. „Wir geben den Menschen Zuversicht und zeigen, dass sie ‚gesehen werden‘. In einer Zeit, die für viele immer unübersichtlicher, schwieriger und angsteinflößender wird, sind solche Projekte wichtige Anken“, erklärte die Oberbürgermeisterin.

In kleinen Talkrunden, moderiert von Michaela Gamsjäger, stellvertretende Leiterin des Amtes für Soziales und Teilhabe, stellten die Beteiligten ihre Projekte vor. Mit „grenzenlos“ gelingt es, die Kooperation zwischen der Fröbelschule und der Fellbacher Musikschule fortzuführen und zu intensivieren. In dem inklusiven Ensemble, das mit 10.000 Euro durch die Bürgerstiftung gefördert wird, musizieren Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Handicap gemeinsam.

Kinder und Eltern für das Schwimmen zu begeistern, haben sich die Humanus-Stiftung zusammen mit der Bürgerstiftung auf die Fahnen geschrieben. „20 Prozent der 6-bis 10-Jährigen können nicht schwimmen – dabei ist das Schwimmen so wichtig wie das Lesen und Schreiben“, sagte David Coronel, Rektor der Wichernschule und Initiator des Projekts. Die Fellbacher-Seepferdchen-Initiative setzt auf ein bekanntes Umfeld von Schule, Verein, Familie und Freunde und auf sogenannte Schwimm-Partner, die das Erlernen des Schwimmens erleichtern sollen. Mit dem Geld der Bürgerstiftung (bis zu 10.000 Euro im Jahr) können beispielsweise Schwimmbretter angeschafft, zusätzliche Schwimmlehrer und Betreuer entschädigt oder auch Kindern aus finanziell schwachen Familien der Unterricht ermöglicht werden.

Unterstützt wird auch ein Projekt der Katholischen Kirche Fellbach für Frauen mit Kindern in schwierigen Lebenssituationen, das Pastoralreferent Martin Wunram vorstellte. Im umgebauten Pfarrhaus in Schmiden leben seit einem Jahr mehrere ukrainische Frauen mit ihren Kindern. Jeder Familie stehen zwei ehrenamtliche Patinnen zur Seite. „Die bei uns lebenden Frauen vermissen ihre Heimat und ihre Familien, und es ist schön, wenn wir ihnen trotz allem ein gutes Gefühl hier geben können“, sagt Martin Wunram.

Die Bürgerstiftung Fellbach engagiert sich mit der Aktion „Von uns für Euch!“ zusammen mit den Kirchen und karitativen Einrichtungen für Personen, die durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Ziel sei, die Aufmerksamkeit auf die Situation zu lenken, die Probleme zu sehen und direkte Hilfe anbieten zu können, führte die OB in der Talk-Runde aus. Von den eingenommenen Spendengeldern wurden in einer beispiellosen Aktion 3.500 Lebensmittelpakete gepackt. Diese Pakete sind zwar grundsätzlich für alle Menschen gedacht, denen die Lebenshaltungskosten über den Kopf wachsen, doch ein besonderes Anliegen sind Oberbürgermeisterin Gabriele Zull und den Projektpartnern ältere Menschen. „Zu viele verfügen über sehr wenig Rente und sind zu stolz, um Sozialleistungen zu beantragen.“

Stiftungsvorstand beim Stifterforum am 27.02.23 im Waldschlössle Fellbach

Das abwechslungsreiche Stifterforum wurde von einem Trio der Musikschule Fellbach begleitet. Olivia Rivero, Pauline Claussen und Paul Paluch zeigten ihr Können an der Klarinette. Nach dem Ende des offiziellen Teils warfen die Gäste einen Blick hinter die Kulissen des fast „fertigen“ Waldschlössles. Die Resonanz auf den modernen, aber behutsamen Umbau war positiv. „Endlich bekommen wir Fellbacher unser Waldschlössle zurück“, war eine Äußerung, die an diesem Abend häufig zu hören war. Auch das neue Pächterehepaar Annika und Manuel Braun bekamen großes Lob für ihr Catering. „Das wird gut, wir freuen uns auf Sie!“, hieß es von den Gästen, die mit eigens organisierten Kleinbussen zur Veranstaltung und wieder zurück „geshuttled“ worden waren.

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