„Fellbach feiert den Herbst“


Staatsrätin Barbara Bosch und Oberbürgermeisterin Gabriele Zull bei der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Fellbach. Im Hintergrund die historischen Personen, die das 900-Jahre-Jubiläum bereicherten.

Staatsrätin Barbara Bosch und Oberbürgermeisterin Gabriele Zull bei der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Fellbach. Im Hintergrund die historischen Personen, die das 900-Jahre-Jubiläum bereicherten.

Die Sonne lachte zum Abschluss der Festwoche und zu „Fellbach feiert den Herbst“. Vom 3. bis zum 10. Oktober konnten die Fellbacher ein spannendes Alternativprogramm zum Fellbacher Herbst sowie den Ausklang des 900-Jahr-Jubiläums feiern.

Beim Festakt auf dem Guntram-Palm-Platz am Samstag, 9. Oktober, wurden Jubiläum und „Fellbach feiert den Herbst“ gelungen zusammengeführt. Historische Personen bereicherten den Programmablauf. So führte Friedrich Silcher Staatsrätin Barbara Bosch für ihre Festrede zum Rednerpult. Viele Elemente des traditionellen Festaktes fanden sich bei „Fellbach feiert den Herbst“ wieder. Der Erntedank durch Pfarrer Pal Gémes, der Traubentanz der Landjugend, die Fanfare der Stadtkapelle oder auch die Ehrung der 100 ältesten Mitbürger. In ihren Reden griffen Barbara Bosch und Oberbürgermeisterin Gabriele Zull vor mehreren hundert Gästen neben den Erntedank auch den Klimawandel auf, dessen Folgen bereits deutlich spürbar seien. „Solidarität ist in Fellbach gelebte Praxis“, betonte OB Zull und lobte den hervorragenden Einsatz für die Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal sowie das Zusammenstehen während der Coronapandemie.

Die Regeln der Pandemie bestimmten auch die Veranstaltungsformate. So galten die 3G-Regeln und die Kontaktverfolgung. Daher konnte die Festveranstaltung nur in einem eingezäunten Areal stattfinden. Rund 200 Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft und knapp 200 Bürger, die im Vorfeld Karten erworben hatten, nahmen an dem Festakt am Samstag teil. Für Kurzentschlossene war eine Stehplatzzone errichtet. „Coronabedingt waren viele Formate des Fellbacher Herbstes nicht oder nur in abgewandelter Form möglich“, bilanzierte Melanie Mezger, Leiterin des städtischen Veranstaltungsmanagement. So fand der Rummel dieses Jahr ab Sonntag, 3. Oktober, auf dem Parkplatz des Max-Graser-Stadions und mit 3G-Regeln statt.

Um die Kontakte notfalls verfolgen zu können, mussten kostenfreie Eintrittskarten für den Rummel vorab geordert werden, was auch online möglich war, so Mezger. An diese Regelung mussten sich die Besucher erst gewöhnen, sie wurden aber durch den Sicherheitsdienstvor Ort sehr gut unterstützt. Wegen des schlechten Wetters war der Beginn eher schleppend. Mit den steigenden Außentemperaturen und weiteren Buchungs-Zeitfenstern stiegen die Besucherzahlen, so dass gerade von Donnerstag bis Sonntag ein reger Betrieb herrschte und „viele Kinderaugen leuchteten“. „Von der Tendenz war der Vergnügungspark zufriedenstellend, nachdem nachjustiert wurde“, fasste auch Mark Roschmann, Erster Vorsitzender des Schaustellerverbandes zusammen. „Vom Umsatz war es den Umständen entsprechend okay.“ In Baden-Württemberg habe es in diesem Jahr nur acht oder neun solcher Parks aufgrund der Coronabeschränkungen gegeben. „Ich bin ich für die Möglichkeit in Fellbach dankbar.“

Ein Herbst in Fellbach ohne die Möglichkeit, zusammenzusitzen und zu feiern, sei kaum denkbar, waren sich die Organisatoren einig. Erstmals veranstalteten daher die sechs Fellbacher Weingüter, die Stadt Fellbach,  das Stadtmarketing und der Gastronom Christian List einen Weingarten. Der gastronomische Bereich wurde an der Schwabenlandhalle aufgebaut und erfreute sich großer Beliebtheit. Mehrere hunderte Gäste trafen sich ab Donnerstagabend, 7. Oktober, und ließen bei Musik sowie gutem Essen und Fellbacher Wein den Tag ausklingen. „Natürlich wurde es abends ein bisschen frisch“, stellten die Organisatoren fest und mancher Gast verließ dann auch vor dem offiziellen Ende des Weingartens um 22.30 Uhr das Gelände. Über eine Abendkasse konnten Interessierte daher auch ab 20 Uhr zusätzliche Karten erwerben. „Es war eine gelungene Premiere und eine schöne Atmosphäre“, so das Fazit.

Positiv aufgenommen wurde auch der erneute Zusammenschluss der Fellbacher Wengerter bei der Weinprobe. In einer hybriden Veranstaltung stellten die sechs Weinexperten ihre Produkte selbst vor. Die Sommelier und ehemalige Weinkönigin Theresa Olkus führte gekonnt durch das Programm. Knapp 700 Teilnehmer verfolgten an den Bildschirmen oder in der Schwabenlandhalle den munteren Austausch zwischen der Moderatorin und den Wengerten. OB Zull lobte die enge Kooperation der Weingüter, die nicht nur bei der Weinprobe und im Weingarten zusammenauftraten, sondern auch gemeinsam den Jubiläumswein zur 900-Jahr-Feier kreiert haben.

Einige Fellbacher feierte „ihren“ Herbst in kleineren Gruppen am Kappelberg, vor der Neuen Kelter oder auch im Oberdorf. Doch Polizei und Ordnungsamt äußerten sich übereinstimmend: „Es blieb alles ruhig und in einem vernünftigen Rahmen“, so Peter Bigalk, Ordnungsamtsleiter. „Fellbach feiert den Herbst“ war sicher noch kein echter Fellbacher Herbst, erklärte Oberbürgermeisterin Zull, die hofft, dass der 73. Fellbacher Herbst „im kommenden Jahr wieder in seiner vollen Schönheit, mit den lieb gewordenen Traditionen und mit zahlreichen Gästen“ gefeiert werden kann.