Gemeinschaftliche Praxis - ein Erfolgsmodell!


OB Gabriele Zull, Dr. Christoph Pfefferle, Ulrich Kuhn, Dr. Waldermar Ertelt

OB Gabriele Zull, Dr. Christoph Pfefferle, Ulrich Kuhn, Dr. Waldemar Ertelt

Es ist ein Mehrgenerationsmodell, das die Fellbacher Kinderarztpraxis in der Bahnhofstraße gesichert hat. Ein sogenanntes Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) hat die Praxis Ende 2019 übernommen, eine junge Ärztin sowie den vormaligen Praxisbetreiber Dr. Waldemar Ertelt angestellt. Die zeitraubende Bürokratie wird den Ärzten vor Ort abgenommen und den Doktoren bleibt die Konzentration „auf ihr Kerngeschäft, die medizinische Betreuung“, wie Oberbürgermeisterin Gabriele Zull am vergangenen Donnerstag, 30. September, beim Besuch in der Praxis ausführte. „Es ist ein Erfolgsmodell, das weiter ausgebaut wird“, so die Oberbürgermeisterin.

72 Jahre war Dr. Ertelt als er im Dezember 2019 seine Praxis an das von den beiden Kinder- und Jugendärzte Ulrich Kuhn und Thomas Kauth gegründete Medizinische Versorgungszentrum abgetreten hat. Vorausgegangen war eine langwierige erfolglose Suche nach einem qualifizierten Nachfolger. „Die Praxis hätte schließen müssen, wenn wir hier nicht eingestiegen wären“, erklärte Ulrich Kuhn. Der Mediziner aus Kirchheim an der Teck ist Mitglied im genossenschaftlichen Verbund der Kinder- und Jugendärzte, dem baden-württembergischen paeDOC Netzwerk, aus dem raus das MVZ gegründet wurde.

Mit der Übernahme der Praxis wurde vieles einfacher. Die bürokratischen Aufgaben wie Rechnungen schreiben oder die Personalsuche übernimmt eine Servicegesellschaft des paeDOC Netzwerkes und damit auch ein Fünftel der anfallenden Arbeit. Dr. Ertelt ist auf eigenem Wunsch jetzt Angestellter in der Praxis und konzentriert sich auf seine Schwerpunkte. „Und ich habe mehr Zeit für meine Enkel“, schmunzelt der engagierte Arzt. Parallel dazu konnte Dr. Günel Hasanova langsam in die Praxisführung reinwachsen und sich mit den Patienten vertraut machen. „Gerade für junge Ärztinnen lässt sich Familie und Medizineralltag so besser miteinander verbinden“, ist auch Christoph Pfefferle überzeugt. Der Wirtschaftsförderer der Stadt Fellbach hatte die Kontakte zu dem paeDoc-Netzwerk geknüpft.

„Zu einer guten Infrastruktur gehören Ärzte unbedingt dazu“, ist Oberbürgermeisterin Zull überzeugt. Fellbach hat drei Kinderarztpraxen und der Wegfall eines Standortes wäre schwer zu verkraften. Die MVZ-Praxis allein betreut rund 1800 Patienten, „daher war die Lösung durch das das neue Modell richtig und zukunftsweisend. Wir wollen hier weiter arbeiten und die Versorgung mittelfristig verbessern“, führte die OB aus. Inzwischen expandiert die Praxis und unterhält auch außerhalb Fellbachs zwei „Nebenstellen“, um Schließungen von Standorten zu vermeiden. „Doch auch hier in Fellbach ist an eine Ausweitung gedacht“, blickte Ulrich Kuhn in die Zukunft. Dafür müssten aber neue Räume gefunden werden, um zusätzliche Ärzte anstellen zu können.

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Redakteur / Urheber
© Sabine Laartz (Stadt Fellbach)