Die Meinung der Fellbacher ist gefragt


Keine langen Transportwege, kein Einsatz von Pestiziden, ein niedriger Wasserverbrauch: Das alles sind Vorteile von urbaner Landwirtschaft. Das bedeutet, Kräuter, Obst oder Gemüse werden direkt in der Stadt, also in unmittelbarer Nähe zum Verbraucher, angebaut. Dabei gibt es verschiedene kommerzielle und nicht gewerbliche Konzepte und Möglichkeiten. Wie der Anbau verschiedener Lebensmittel in Fellbach aussehen könnte, damit beschäftigt sich eine Studentin der Uni Hohenheim zusammen mit dem Fellbacher Stadtplanungsamt im Rahmen des Fellbacher IBA Projektes. In ihrer Studienarbeit will Marielle Trenkner ermitteln, welche Bedarfe es gibt. Dazu hat sie eine Umfrage erstellt, an der sich idealerweise viele Fellbacher beteiligen.

„Gefragt ist dabei die Meinung zur urbanen Landwirtschaft. Um geeignete Konzepte zu entwickeln, ist das Interesse am Konsum urban angebauter Lebensmittel von zentraler Bedeutung“, erklärt die 24-Jährige, die im zweiten Mastersemester Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie studiert. Konzepte zur urbanen Landwirtschaft gibt es ganz unterschiedliche, erklärt Trenkners Dozent Bastian Winkler. So gebe es neben den klassischen Haus- und Kleingärten beispielsweise auch 811 Gemeinschaftsgärten in Deutschland. Eine andere Form der urbanen Landwirtschaft sei die Nutzung von Flachdächern für Gewächshäuser oder von leerstehenden Gewerbehallen, worin Pflanzen platzsparend in Hochregalen vertikal übereinander wachsen (“vertical farming“), sagt Winkler. Ein anderes Beispiel: Selbst ernten können Konsumenten Kräuter und Salate bei einem großen Lebensmittelmarkt, der in Kooperation mit einem Hersteller Minigewächshäuser auf seiner Verkaufsfläche platziert.

„Ziel der Projektarbeit ist es, geeignete Formen der urbanen Landwirtschaft für die Stadt Fellbach zu bestimmen“, erläutert Trenkner. Diese Bedarfsanalyse soll dazu beitragen, mittels geeigneter urbaner Anbausysteme verschiedene soziale, ökologische und ökonomische Funktionen zu erfüllen und dadurch zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beizutragen.

Die urbane Landwirtschaft ist Teil des Fellbacher IBA-Projektes „Landwirtschaft trifft Industrie“ (Agriculture meets Manufactoring). Auf dem knapp 110 Hektar großen Areal treffen Landwirtschaft, Gewerbe, Wohnen und Einzelhandel aufeinander. Der Schwerpunkt des Projekts liegt darauf die Produktionsstandorte besser miteinander zu verzahnen und Synergien zu schaffen.

Weitere Informationen:
Wer aus Fellbach und Umgebung kommt und an der Umfrage teilnehmen will, findet diese online unter https://www.survio.com/survey/d/E6O4B2X4F5N7J9W7Y.
Das Ausfüllen des Fragebogens dauert zwischen fünf und zehn Minuten. Alle Daten werden anonym erhoben und streng vertraulich behandelt.