Gemeinderäte haben das Wort

Ein Beitrag von Franz Plappert (CDU-Fraktion)

Saubere Stadt

Franz Plappert

In den letzten Wochen gab es in den Medien zahlreiche Berichte und Meinungsäußerungen zum Thema „saubere Stadt oder saubere Umwelt“. Tübingen und Stuttgart planen neue Verordnungen und Vorschriften. Die Älteren unter uns erinnern sich sicherlich noch gut an die legendäre „Schwäbische Kehrwoche“. Die Haus- und Kehrordnung war Bestandteile eines jeden Mietvertrages, die Hausbesitzer waren stolz darauf, wenn es vor ihrem Haus sauber und gepflegt aussah.
 
Wo stehen wir heute? Ist das Thema Sauberkeit nur noch bei Sonntagsreden wichtig und montags räumt das städtische Tiefbauamt den Müll weg? Ich wundere mich in unserer Stadt und ganz besonders außerhalb, wie viel Müll zu sehen ist. Haben wir heute andere Bewohner als früher oder sind wir einfach nur gedankenlos geworden? Unsere Stadt und unsere freien Flächen sind so, wie wir sie behandeln, wie wir mit ihnen umgehen, respektvoll oder passend zum Zeitgeist weniger verantwortungsvoll. Viele junge Menschen protestieren bekanntlich freitags für eine bessere Umwelt. Passt der teilweise anschließende Besuch eines Schnellcafés oder eines Fastfood-Imbisses dazu?
 
Wer nach einem schönen Wochenende über den Kappelberg oder entlang eines Spielplatzes am Hardtwald geht, der wundert sich was es alles zu sehen gibt, leider nicht nur schöne Dinge. Mit Verordnungen und Vorschriften allein gibt es keine saubere Stadt. Wir alle, die wir hier leben, müssen es wollen und unseren Teil täglich dazu beitragen, jeden Tag aufs Neue.
 
Für mich persönlich ist eine intakte, attraktive Umwelt und eine saubere, gepflegte Stadt ein sehr hohes Gut. Es ist die Lebensqualität für die es sich lohnt Zeit und Energie zu investieren, anstatt nur davon zu reden.
 
Ich würde mich sehr freuen, wenn jeder Bewohner unserer Stadt seinen Teil dazu beitragen würde, nicht nur bei der „Markungsputz – Aktion“, sondern Tag für Tag. Die Erwachsenen sind aufgefordert für die nächste Generation ein Vorbild zu sein. Gute Bespiele im täglichen Leben sind besser, nachhaltiger und wirksamer als alle Vorschriften.

Ein Beitrag von Ulrich Lenk (FW/FD)

Waldschlössle – die Zeit ist reif !

Ulrich Lenk

Nach dem jahrelangen Dornröschenschlaf ist es jetzt an der Zeit festzulegen, wie es mit dem Waldschlössle weitergehen soll. Die Verwaltung hatte Zeit, den Sanierungsbedarf genauer zu ermitteln und sich über eine sinnvolle öffentliche Nutzung mit potentiellen Partnern zusammenzusetzen, so dass u.E. in der Sitzung des Gemeinderats am 22. Oktober entschieden werden sollte.
Unsere FW/FD-Fraktion plädiert dafür, dass die Stadt das Objekt von der Kirchengemeinde erwirbt und je nachdem, wie die künftige Nutzung aussieht, renoviert bzw. saniert. Die Stadt bleibt so Herr des Verfahrens und kann vor allem sicherstellen, dass in diesem hochsensiblen Landschaftsschutzgebiet auf dem Kappelberg die Belange des Natur- und Umweltschutzes auch eingehalten werden.
Was die laufende Nutzung angeht, so halten wir eine Mischung für sinnvoll. In erster Linie muss natürlich das Ferien-Waldheim an seinen ursprünglichen Ort zurückkehren.   Denkbar wäre für uns auch eine Teilbelegung durch den Waldkindergarten und die Nutzung als Naturschutzzentrum bzw. die Schaffung von Räumen für Fellbacher Vereine und Organisationen.
In unserer FW/FD-Fraktion besteht viel Sympathie dafür, zumindest einen Teil des Gebäudes unter gewissen Spielregeln einem Trägerverein oder einer gemeinnützigen Stiftung zur Nutzung zu überlassen. Die Stadt sollte von Ihrer Meinung abrücken, alles selbst bis ins Detail regeln zu wollen, sondern ernsthaft darüber nachdenken, geeignete Partner ins Boot holen. Das würde die Beteiligung und Eigenverantwortung der Bürgerschaft fördern, die Verwaltung und das Stadtsäckel entlasten sowie ehrenamtliches Engagement freisetzen, was unserem Waldschlössle nur guttun kann.

Ein Beitrag von Andreas Möhlmann (SPD)

Fellbach-Ticket

Andreas Möhlmann

Vor 10 Jahren hat der Gemeinderat, auf Anregung der SPD-Fraktion, das von der Stadt bezuschusste „Fellbach-Ticket“ eingeführt. Das Ticket, zur Nutzung von Bus und Stadtbahn, wurde regelmäßig nachgefragt und ist seit Anfang an ein Erfolg, der zur Verkehrsentlastung und zum Klimaschutz beiträgt.
Die Umsetzung der großen Tarifreform des VVS, Anfang des Jahres, war für unsere SPD-Fraktion Anlass auch Neuerungen beim „Fellbach-Ticket“ zu beantragen.
Wir freuen uns, dass die Stadt unsere Vorschläge aufgegriffen hat und nun das Modell des „StadtTickets“ für Fellbach umsetzen will. Dieses Modell wurde bereits in anderen Städten in der Region als Pilotprojekt eingeführt und hat sich dort bereits bewährt. Das neue „Fellbach-Ticket“ sieht künftig den geförderten Verkauf von Einzel- und Gruppen-Tagestickets für 3 Euro, bzw. 6 Euro vor.
Die wichtigste Änderung ist jedoch die deutliche Ausweitung der Verkaufsstellen. Das Ticket soll künftig an den DB-Automaten, bei den Busfahrern und vor allem über die App des VVS gekauft werden können.
Mit dieser Umstellung wird die bisherige Einschränkung durch die seither geringe Zahl der Verkaufsstellen im Stadtgebiet beseitigt.
Die SPD-Fraktion sieht in dieser Neuerung eine erhebliche Verbesserung des Fahrschein-Angebots, die ein noch größere Verbreitung des „Fellbach-Tickets“ ermöglicht.
In der Gemeinderatssitzung am 1. Oktober war die Abstimmung dazu vorgesehen. Die SPD-Fraktion setzt auf eine breite Mehrheit für das verbesserte Angebot.
 

Ein Beitrag von Uli Kuhnle (Die Grünen)

Die tanzende Blume im Keller

Uli Kuhnle

Die Tage werden kürzer und die ersten Blätter bereits welk. Anlass genug, um an diesen Sommer zurück zu denken, der nicht nur teils historisch hohe Temperaturen brachte, sondern uns im Zuge der Gartenschau auch eine nie gesehene Blütenpracht in der Stadt bescherte. Unter anderem waren die vielen bunten Wiesenblumen am Straßenrand echte Hingucker. Die noch ein paar Wochen andauernde Remstalgartenschau ist in meinen Augen bereits jetzt ein voller Erfolg. Fellbach und die Remstalgemeinden haben ein hervorragendes Programm auf die Beine gestellt, sich adrett herausgeputzt und viele Installationen und Spielplätze bleiben uns auch in Zukunft erhalten. Mein persönliches bisheriges Highlight fand ich im Schlosskeller in Schorndorf. Eine wie in Zeitlupe tanzende Blüte im Glaskasten. Erreicht wurde dieser fast schon magische Effekt wohl durch schnelle Schwingungen am Stiel in Verbindung mit Lichteffekten. Ich hoffe, Sie hatten diesen Sommer ihre eigenen Highlights auf der Gartenschau, es gibt so viel zu sehen und zu erfahren. Auch wird an dieser Gartenschau deutlich, wie gut interkommunale Zusammenarbeit funktionieren kann. Dieses gemeinschaftliche Anpacken über die Ortsgrenzen hinaus ist auch in Zukunft wesentlich, da wir in anderen Bereichen wie etwa bei der Verkehrslenkung und der Stauvermeidung nur gemeinsam mit den anderen Kommunen etwas erreichen können. Mein herzlicher Dank geht an alle Akteure hier in Fellbach sowie das ganze Remstal hinauf, die dieses bunte, fröhliche und mit vielen neuen Einblicken und Abenteuern gespickte Ereignis für Groß und Klein möglich gemacht haben.

Ein Beitrag von Simone Lebherz (CDU-Fraktion)

Insektenfreundlichkeit

Simone Lebherz

Wie hat Ihnen unsere „aufgeblühte“ Innenstadt gefallen in diesem Frühjahr und Sommer? Die Planer und die Stadtgärtner haben meines Erachtens besonders herzlichen Applaus verdient für Anlage und Pflege der vielen üppigen, bunten Blütenfelder in unserer Stadt. Gartenschau sei Dank – Fellbach hat einen guten und wichtigen Beitrag für mehr Insektenfreundlichkeit geleistet.
Neben diesen innerstädtischen Bemühungen wollen wir aber auch auf unseren Feldern die Artenvielfalt fördern. Blühstreifen bereichern z.B. bereits seit einigen Jahren mehr und mehr das Landschaftsbild. Ein weiterer Baustein ist der Blick auf unsere Biogasanlage: Bisher wandern vor allem Mist und Mais in die Behälter. Dabei gibt es für den Mist eine insektenfreundliche Alternative: die sogenannte Ganzpflanzensilage. Klingt nicht besonders spannend, ist aber eine tolle Sache: die blühfreudigen Pflanzenmischungen liefern zunächst über Monate wertvolle Nahrung für Insekten – und nach der Ernte dann Energie für die Biogasanlage. Also doppelter Nutzen ohne Mehrkosten!
Wir haben in diesen Tagen angeregt, den Anteil an insektenfreundlichen Ausgangsstoffen in Absprache mit den beteiligten Landwirten deutlich zu erhöhen. Die konkrete Umsetzung hinsichtlich Zielgröße und Zeitraum soll mit den Landwirten erarbeitet werden. Deren Planung für’s nächste Jahr steht zwar schon weitestgehend, aber vielleicht ist es trotzdem noch möglich, diese besondere Pflanzenmischungen auf dem einen oder anderen Feld auszubringen. Das wäre schön!

Ein Beitrag von Karin Ebinger (FW/FD – Fraktion)

Jugendarbeit

Karin Ebinger

Fellbach will und soll eine familien- und kinderfreundliche Stadt sein. Ob es diesen Anspruch erfüllt, ist in den Wochen und Monaten vor der Sommerpause im Rahmen der Gebührenerhöhung für Kinderbetreuung viel diskutiert worden. Ich persönlich finde schon, dass Fellbach eine kinderfreundliche Stadt ist. Deshalb möchte ich ein anderes – aus meiner Sicht auch sehr wichtiges – Thema in diesem Zusammenhang ansprechen: Die Qualität und Quantität (auch im Sinne von Vielfältigkeit) des Angebots für Kinder und Jugendliche.
Mit unserer Jugendkunstschule, der Musikschule, der Fülle an Vereinsangeboten und nicht zuletzt dem Jugendhaus stehen wir unserer Landeshauptstadt in nichts nach. Und das bei einem entscheidenden Vorteil: Bei uns sind die Wege kürzer, viele Kinder und Jugendliche können das jeweilige Angebot selbstständig per Rad oder zu Fuß erreichen. Ganz abgesehen davon finde ich, dass die Qualität der Angebote in Fellbach sehr hoch ist und das sollten wir – bei allen Diskussionen über Kosten – nicht aus den Augen verlieren.
Da es hier erst kürzlich einen Wechsel in der Leitung gab, möchte ich besonders das Jugendhaus hervorheben. Peter Hauser hat mit seinem gesamten Team jahrzehntelang tolle pädagogische Arbeit geleistet. Sein Nachfolger Nelson Schulz kann hier sicher bestens anknüpfen. Dafür möchte ich ihm bei dieser Gelegenheit alles Gute und viel Erfolg wünschen. Und zugleich daran erinnern: In Fellbach gibt es viele tolle Angebote für Kinder und Jugendliche. Das sollten wir zu schätzen wissen und darauf können wir stolz sein!

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