Gemeinderäte haben das Wort

Ein Beitrag von Beate Wörner (Die Grünen)

Grün. Neu. Weiblich.

Beate Wörner

„Du hast es geschafft. Du bist in den Gemeinderat gewählt worden.“ Der von mir eher als hypothetisch eingestufte Fall war eingetreten – und ich zunächst einmal eher ungläubig bis fassungslos. Und dann freute mich riesig über meinen Wahlerfolg und den der Grünen in Fellbach. Danke!  Ich persönlich betrete mit meiner Wahl in den Gemeinderat ein für mich völlig neues Feld – in einem Alter, in dem die meisten in Rente gehen. Was hat mich zu diesem Schritt bewogen? Ich möchte etwas bewegen. Ich bin noch immer neugierig und mache gerne neue Erfahrungen. Und ich habe inzwischen viel Lebens- und Berufserfahrung gesammelt, die ich in die Arbeit des Gemeinderats einbringen werde.
Ehe ich mich an den Schreibtisch setzte, um diesen Beitrag zu verfassen, habe ich einen Spaziergang auf dem Kappelberg gemacht. Und mir wurde wieder einmal überdeutlich bewusst, wie schön die Natur ist, in die unsere Stadt eingebettet ist. Wir müssen achtsam damit umgehen und sie bewahren.
Erhaltung unserer Natur- und Kulturlandschaft, Klimaschutz und mehr Nachhaltigkeit sind Ziele, für die ich mich in den nächsten Jahren mit Nachdruck einsetzen werde. Und dafür, dass die Fellbacher Wirtschaft ein Umfeld hat, in dem sie – auch zum Wohle der Stadt – weiter wachsen kann.
Als neue Stadträtin profitiere ich von der Arbeit, die meine Vorgängerinnen und Vorgänger in der Fraktion geleistet haben. Benedikta Bold und Michael Vonau, die beide nicht mehr in den Gemeinderat gewählt wurden, danke ich für ihre Arbeit, die uns allen zugute kommt.

Ein Beitrag von Simone Lebherz (CDU)

Wie "klimafreundlich" sind wir?

Simone Lebherz

Das Thema Klima- und Umweltschutz hat noch ziemlich Luft nach oben in unserer Stadt. Wir werden bisher nicht als nachhaltige, umweltbewusste, klimafreundliche Stadt wahrgenommen. Und die öffentliche Wahrnehmung ist in diesem Fall besonders wichtig! Ohne das deutliche Signal „Wir wollen klimabewusster werden!“ wird es nicht klappen, viele Fellbacherinnen und Fellbacher zu motivieren, sich selbst „klimafreundlicher“ zu verhalten und damit gemeinsam einen wichtigen Beitrag zu leisten. Ein gutes Zeichen war das Schwerpunktthema „Müll“ bei der diesjährigen Stadtteilbegehung. 600 Schülerinnen und Schüler haben Müll aufgesammelt und dabei sicher verstanden, dass es extrem uncool ist, einfach alles in die Landschaft zu werfen. Solche Aktionen sollten Schule machen! Bestimmt ist der Bauhof bereit, Handschuhe, Müllsäcke und Müll-Greifer auch anderen Gruppen und Initiativen zu Verfügung zu stellen für solche Putz-Aktionen.
Wobei: Das Müll-Aufsammeln ist immer nur die zweitbeste Lösung. Besser ist natürlich, endlich weniger Rest- und Verpackungsmüll zu produzieren. Unverpackte Lebensmittel kann man übrigens mittlerweile schon in den meisten Supermärkten und bei vielen Lebensmitteleinzelhändlern einkaufen. Einfach mal mit der Schüssel vorbeigehen und fragen! Sogar in vielen Fastfood-Läden kann man sich den Döner oder das Asia-Gericht in ein mitgebrachtes Behältnis geben lassen. Herzliche Einladung zur Challenge, den Gelbe-Tonne-Müll um mindestens 50% zu reduzieren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das ist definitiv machbar! 

Ein Beitrag von Tine Hämmerle (FW/FD)

Gemeinsam sind wir stark

Tine Hämmerle

Als ich mich dazu entschlossen habe als einer der Kandidaten der FW/FD Fraktion bei der diesjährigen Gemeinderatswahl anzutreten, war dies für mich vom ersten Moment an mit positiven Erlebnissen verbunden. Für das entgegengebrachte Vertrauen und die damit verbundene Wertschätzung möchte ich mich bei allen die mir Ihre Stimme gegeben haben aufs herzlichste bedanken. Das engagierte Miteinander unserer Kandidaten, dieses „WIR machen Fellbach gemeinsam“ ist für mich nun auch eine Herzensangelegenheit im Gemeinderat. Für mich ist es eine motivierende Herausforderung gemeinsam mit allen Stadträten positive Lösungen für Fellbach zu finden. In meinen nun mehr 18 Jahren als Inhaberin eines Blumenfachgeschäftes habe ich gelernt, dass ein Miteinander und die damit persönlichen Verbindungen der beste Weg sind, um erfolgreich in die Zukunft gehen zu können. Besonders der Fellbacher Einzelhandel liegt mir sehr am Herzen. Er muss stark bleiben, auch mit neuen Wegen. Bestehendes und neu Entstehendes in Einklang zu bringen, dafür setze ich mich ein. Wir leben in einer lebens- und liebenswerten Stadt und ich werde mein Bestes tun, dass dies auch so bleibt. „Gemeinsam sind wir stark“ auch mit Ihnen liebe Bürgerinnen und Bürger. Ich freue mich auf konstruktive Gespräche mit Ihnen für unser gemeinsames Fellbach. 

Ein Beitrag von Dr. Michael Vonau (Die Grünen)

Dr. Michael Vonau

Fellbacher Gemeinderatswahlergebnis

"Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit." So steht es in Artikel 21,1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Wie das Fellbacher Gemeinderatswahlergebnis zeigt, geht ohne die Bundesparteien auch in der Kappelbergstadt nichts. Das musste das neue Wählerbündnis "F2 - für Fellbach" lernen, auch wenn ihr Spitzenkandidat, Christian Hinrichsen, sich 5 Jahre lang unermüdlich für das Wohl der Stadt engagiert hat, ohne wieder ins Stadtparlament gewählt zu werden. Gewählt wurde hingegen sein Nachfolger, der Linke Spitzenkandidat Armin Fischer. Anders erging es, aus welchen Gründen auch immer, Stadträtinnen und Stadträten der beiden großen Volksparteien CDU und SPD, die gewiss nicht für ihre kommunalpolitische Leistung in Fellbach abgestraft wurden. Der größte Wahlgewinner, die Freien Wähler/Freien Demokraten, verstanden es seit jeher, ihre bundesparteipolitische Heimat, die FDP, schon im Namen zu verschleiern, und konnten so von der allgemeinen Parteienverdrossenheit im Land profitieren. Ihr Ansatz, möglichst prominente, alteingesessene und selbständige Kandidatinnen und Kandidaten zu gewinnen, hat sich voll ausgezahlt. Das gilt auch für die GRÜNEN, die auf ihrem Zug ins gutbürgerliche Lager einen guten Schritt weiter gekommen sind. Auch hier imponieren die selbständigen Fellbächer in der neuen Gemeinderatsfraktion. Bleibt nur zu hoffen, dass der verstärkte Zug ins Lokale den Problemen und Erfordernissen einer globalisierten Welt gerecht werden kann.

Ein Beitrag von Andreas Möhlmann (SPD)

Andreas Möhlmann

Fellbach-Ticket ausbauen

Vor 10 Jahren hat der Gemeinderat als Beitrag zur Verkehrsentlastung und zum Klimaschutz die Einführung eines „Fellbach-Tickets“ für die Nutzung von Bus und Stadtbahn beschlossen. Dazu werden seitdem die Mehrfahrtenkarten für Fahrten innerhalb des Stadtgebiets bezuschusst.
Anfangs hat eine Fahrt für Erwachsene 1 Euro und für Kinder 0,50 Euro gekostet. Ab 2012 wurde der feste Verkaufspreis an einen Zuschuss von 2,50 Euro pro 4er-Ticket für Erwachsene und 1,30 Euro pro Kinder-4er-Ticket gekoppelt. Damit gab es entsprechend der Tarifpreiserhöhungen der VVS auch eine automatische Preiserhöhung beim Fellbach-Ticket.
Die SPD-Fraktion sieht im „Fellbach-Ticket“ ein sinnvolles Angebot zur Förderung der Attraktivität von Bus und Bahn (ÖPNV) und hat deshalb beantragt, dass die Verwaltung die Entwicklung der Verkaufszahlen für die vergangenen Jahre vorlegt und die praktizierte Öffentlichkeitsarbeit sowie die derzeitigen Vertriebswege dazu darstellt.
Die Tarifreform des VVS ist für uns außerdem Anlass, die Ergänzung des Fellbach-Tickets durch weitere Angebote anzustreben. Beispiele dazu liefern die Pilotprojekte für Stadttickets in Herrenberg, Ludwigsburg und Esslingen. Dort werden seit 2018 unter anderem Einzel- und Gruppen-Tagestickets für
3 Euro, bzw. 6 Euro verkauft.
Auch bei den Verkaufsstellen gibt es in den genannten Städten weitere Angebote, die auch für Fellbach geeignet sind. Deshalb schlagen wir vor, diese auf sämtliche Busse im Stadtgebiet, die DB-Automaten und vor allem die Apps der DB, der VVS und der SSB zu erweitern.

Ein Beitrag von Ulrich Lenk (FW/FD)

Ulrich Lenk

Liebe Wählerinnen und Wähler,

zunächst möchte ich mich auch im Namen meiner Fraktionsmitglieder für den überwäl-tigenden Vertrauensbeweis bei der Gemein-deratswahl am 26. Mai bedanken. Erstmals seit 1948 haben sie uns Fellbacher Freie Wähler/ Freie Demokraten mit 34,8 % und 11 Mandaten (davon vier „starke“ Frauen) zur stärksten Fraktion im neuen Fellbacher Gemeinderat gemacht.
Dieses Wahlergebnis ist uns Ansporn und Verpflichtung, uns auch in den kommenden 5 Jahren ohne ideologische Scheuklappen und einer allein am Wohl Fellbachs orien-tierten sachbezogenen Kommunalpolitik mit ganzer Kraft für unsere Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger einzusetzen.
Allen Fraktionen bieten wir eine faire Zu-sammenarbeit an. Die Verwaltung und unse-re geschätzte Oberbürgermeistern Gabriele Zull wollen wir wie bisher konstruktiv-kritisch begleiten, so wie dies der Rolle des Gemein-derats entspricht. Im Gegenzug wünschen wir uns von der Verwaltung eine frühzeitige Beteiligung bei allen Vorhaben, keine poli-tischen Alleingänge und die gebotene Wert-schätzung gegenüber dem Gemeinderat „als Vertretung der Bürger und Hauptorgan unserer Stadt“ (§ 24 GO BadWürtt.), der letztlich über alle wesentlichen Dinge zu entscheiden hat.
Wir setzen auf ein gutes Miteinander zum Wohle Fellbachs !

Ein Beitrag von Hans-Ulrich Spieth (CDU)

Hans-Ulrich Spieth

Irren ist menschlich

 Die Fellbacher SPD, sonst eher kritisch den Vorschlägen der Stadtverwaltung gegenüber eingestellt, ist in einer Art Waldschlössle-Euphorie gewillt, das Problem auf dem Kappelberg kurz durchzuwinken nach dem Motto: „Die Verwaltung macht’s schon richtig”. Gut ist, dass die Stadt nun initiativ wurde und zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde einen vielversprechenden Versuch zur Rettung der Immobilie und des Ferienwaldheims begonnen hat. Die CDU fordert dennoch eine gründliche und verlässliche Kostenaufstellung für die Gebäudesanierung und den künftigen Waldheimbetrieb. Angesichts der derzeit teils horrenden Baukosten ist die sorgfältige Kostenermittlung bei der Sanierung einer älteren, vielgenutzten Immobilie von besonderer Bedeutung. Das braucht Zeit. Ein neues Millionengrab kann sich Fellbach nicht leisten. Wir sind das den Nutzern des Waldschlössles und den ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern schuldig. Alle Aspekte müssen auf den Tisch: Die Art des Gaststättenbetriebs, das Parkierungskonzept, die Ferienbetreuung einschließlich der Vor- und Nachbereitung, der Außenbereich, der Waldkindergarten und schließlich die Übernahme der Betriebsführung. Wer wie die SPD davon spricht, dass Zeit verplempert wird, sollte sich auch mal Gedanken darüber machen, was in den langen Jahren seit dem Auszug der Pächterfamilie Sommerkamp geschehen ist. Ich meine: Nicht viel. Jetzt ist die Chance groß, etwas Beständiges zu schaffen. Den drängelnden schnell-schnell-Rufen dürfen wir unter keinen Umständen nachgeben.

Ein Beitrag von Sybille Mack (SPD)

Sybille Mack

Quo vadis Waldschlössle?

Es wundert schon sehr, was da direkt vor der Wahl passierte. Kurzfristig wird die Entscheidung Waldschlössle im Gemeinderat durch Antrag von CDU und FW/FDP abgesetzt. Dies ist nicht zu verstehen. Es gab bereits länger Verhandlungen und Beratungen, es gab einen Vorort-Termin und es gibt Pläne samt Kostenschätzung, auch der Betrieb wurde grob durchgerechnet, ebenso stand eine einfache Instandsetzung im Raum. Statt endlich einen Knopf an die Sache zu machen, wird gezögert, taktiert und auf die lange Bank geschoben. Sind CDU und FDP/FW nicht entscheidungsfähig? Oder scheuten sie sich, sich vor der Kommunal-wahl zu positionieren? Mit solchem zöger
lichen Verhalten dieser beiden Fraktionen haben wir in unserer Stadt schon einmal negative Erfahrungen gemacht: Beim Fa-milienzentrum wurde viel verzögert und zusammengespart. Das Ergebnis: Für die gleichen Kosten weniger Familienzentrum.
Das schlimmste an der jetzigen Situation ist aber, dass es keine klare Position für das Waldheim, für die Kinder und El-tern in Fellbach gibt. Die Möglichkeit mit dem Kauf des Waldschlössle das Wald-heim und den Waldkindergarten zu stärken, Konzepte mit Fellbacher Vereinen zu realisieren, ein „Schullandheim ohne Koffer“ anzubieten, ein Klassenzimmer im Grünen für unsere Schulen einzurichten, ist nun auf die lange Bank geschoben- vom Vertrauensverlust bei der Kirche ganz abgesehen.
Da bleibt zurecht die Frage „Quo vadis Waldschlössle?“ – hoffentlich nicht weiter im Dornröschenschlaf, denn touristische Massenaufläufe oder gastronomische Eventphantasien sind mit dem dortigen Landschaftsschutz nicht vereinbar.

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