Gemeinderat beschließt Konsolidierungspaket III


Der Fellbacher Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag, 29. September 2026, das Konsolidierungspaket III zur weiteren Stabilisierung des städtischen Haushalts beschlossen. Mit strukturellen Einsparungen, angepassten Entgelten und zusätzlichen Einnahmen will die Stadt den Ergebnis- und Finanzhaushalt kurzfristig entlasten und dauerhaft stabilisieren.

„Die vorgeschlagenen Maßnahmen betreffen sehr unterschiedliche Bereiche. Sie werden im städtischen Leben spürbar sein – in der Kultur, der Vereinsförderung, im Sport, bei Veranstaltungen und beim städtischen Gebäudebestand“, sagte Oberbürgermeisterin Gabriele Zull. Die Entscheidungen seien das Ergebnis intensiver Abwägungen und vieler Gespräche. „Wir standen in den vergangenen Monaten mit den betroffenen Vereinen, Initiativen und weiteren Beteiligten im Austausch und haben die Einsparpotenziale Schritt für Schritt ausgelotet.“

Im Kulturbereich wird die Galerie der Stadt Fellbach neu ausgerichtet und als vielseitiger Begegnungsort weiterentwickelt. Die Triennale Kleinplastik pausiert 2028, soll jedoch mit einem neuen, zukunftsfähigen Konzept 2031 fortgeführt werden.

Bei der Vereinsförderung werden die Betriebskostenzuschüsse für dauerhaft überlassene städtische Räume bis 2029 schrittweise zurückgeführt und anschließend eingestellt. Ab 2027 steigen die Entgelte für die Nutzung großer Sporthallen an Wochenenden und in den Ferien. Kleine Sporthallen werden ab Herbst 2026 in den Schulferien grundsätzlich geschlossen. Ausnahmen, etwa für die Ferienbetreuung oder Wettkampfvorbereitungen, bleiben möglich.

Das sanierungsbedürftige KunstWerk soll bis 2029 verkauft werden. „Die Nutzung des Gebäudes war ursprünglich als Zwischenlösung gedacht“, erklärte OB Zull. Für die dort ansässigen Vereine sollen Ersatzräume bereitgestellt werden. Kunstschaffende und gewerbliche Mieter werden bei der Suche nach neuen Perspektiven unterstützt.

Auch bei Veranstaltungen sind Änderungen vorgesehen: Blumenschmuckwettbewerb und Blütenzauber werden eingestellt. Das Ziel eines grünen und blühenden Stadtbilds bleibt jedoch bestehen. Beim Fellbacher Herbst werden Verzehrgutscheine ab 2027 auf Teilnehmer bis 18 Jahre begrenzt. Zuschüsse für den Festumzug erhalten künftig nur noch Gruppen mit Festwagen. Die Fiesta International und die Eisbahn beim Weihnachtsmarkt bleiben erhalten, sollen aber durch Einsparungen, Sponsoring und zusätzliche Einnahmen wirtschaftlicher gestaltet werden.

Die Maßnahmen sollen den Ergebnishaushalt jährlich um rund 239.500 Euro verbessern. Durch die Aussetzung der Triennale Kleinplastik erhöhen sich die Einsparungen 2028 einmalig um 303.000 Euro. „Wenn wir auch künftig ein breites Angebot für die Menschen in Fellbach erhalten wollen, müssen wir neue Wege gehen, zusätzliche Einnahmequellen erschließen und an einzelnen Stellen Vergünstigungen zurücknehmen. Diesen Anpassungsprozess werden wir weiter fortsetzen“, sagte Zull abschließend.

Sara Schmalzried (Grüne) zeigte sich in der anschließenden Aussprache beeindruckt vom Willen und von der Lösungsbereitschaft der Vereine. Haushaltskonsolidierung sei Teamarbeit und erfordere Kompromissbereitschaft sowie ein gutes Miteinander. „Es bleibt spannend, aber vor allem anstrengend“, meinte Franz Plappert (CDU). Gemeinderat, Verwaltung und Bürgerschaft müssten überlegen, wofür die finanziellen Ressourcen künftig eingesetzt werden. Andreas Möhlmann (SPD) hob hervor, dass die Sparmaßnahmen Bereiche des bürgerschaftlichen Engagements träfen. Diese müssten gemeinsam und mit Augenmaß beschlossen werden. „Das Konsolidierungspaket III ist eine weitere notwendige, aber auch schmerzliche Maßnahme“, sagte Martin Oettinger (FW/FD). Ob diese ausreichen, werde sich zeigen. „Wir sind nicht am Ende“, war sich Simone Lerherz (Die Stadtmacher) sicher. Die wirklich schmerzhaften Entscheidungen würden noch kommen. Sie hoffe darauf, dass dann erneut ein Konsens erzielt werden könne.

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Redakteur / Urheber
© Mareike Hoff (Stadt Fellbach)