Frischer Wind: technische Sanierung der Markthalle


Die Fellbacher Markthalle wird technisch nach dem neusten Standard aufgestellt. Für die anstehenden Umrüstungen finden ab Montag, 12. Februar, Baumaßnahmen statt, die den Verkauf einschränken werden. „Die effiziente Technik wird für eine energetisch zeitgemäße und umweltbewusste Durchlüftung sorgen“, so die Vorsitzende der Dr. Eisele Stiftung, Oberbürgermeisterin Gabriele Zull. Die Stiftung ist Eigentümerin der rund 650 Quadratmeter großen Marktfläche in der Hinteren Straße. Voraussichtlich am 11. März wird die Markthalle mit neuer Technik wieder komplett geöffnet werden.

Bis zu 7.000 Besucher verzeichnet die Markthalle wöchentlich. Mit ihrem frischen, regionalen Sortiment ist sie ein wichtiger Nahversorger sowie ein beliebter Treffpunkt für den Mittagssnack. Das anfänglich aus einer Notsituation geborene Konzept, das mehrere regionale mittelständische Betriebe zu einer Markthalle zusammenführt und so das Angebot in der Ortsmitte attraktiv ergänzt, ist zum Erfolgsfaktor geworden. Das heute vielfach gelobte Rathaus Carrée wurde zu Beginn durchaus auch kontrovers diskutiert. Einig waren sich Anwohner und Besucher aber in ihrer Forderung, dass die Nahversorgung dringend verbessert werden sollte. War zunächst ein Einzelhändler in den Räumen angedacht, entschloss sich die Stadt zusammen mit der gemeinnützigen Eisele-Stiftung nach dessen Rückzug zu einem eher ungewöhnlichen Schritt. Sie initiierten eine Markthalle, in der regionale Produkte und internationale Spezialitäten angeboten werden sollten.

Die Markthalle wurde Ende 2009 eröffnet und erfreut sich seitdem wachsender Beliebtheit. Die sechs Betreiber decken zusammen eine abwechslungsreiche Produktpalette ab. Für die Kühlung und die Mittagstische ist allerdings eine aufwendige Technik und eine professionelle Lüftung notwendig. „Wir müssen hier nachrüsten und energiesparender werden“, betont Michael Bazlen, Vorstandsmitglied der Eisele-Stiftung. Die Stiftung investiert daher rund 500.000 Euro in nachhaltige Technik. Die Energieeffizienzmaßnahmen werden mit 50.000 Euro vom Bund gefördert. Zu Beginn waren die Verkaufsflächen nicht für den Gastronomiebetrieb angedacht und die jetzige Lüftungsanlage wurde nachgerüstet. „Nach fast fünfzehn Jahren erfolgreichem Betrieb sei es an der Zeit, die Anlage neu aufzustellen“, ist auch Betreiber Metzgermeister Thomas Klingler überzeugt. Mit der Baumaßnahme wird nicht nur die Lüftung komplett ausgetauscht, sondern auch die Regelungstechnik erneuert, wie der Bauleiter Fritz Nüßle schildert. Durch die nachhaltige Technik können 80 Prozent der Wärme zurückgewonnen werden. Auch die Eigentümer der Wohnungen profitieren von der technischen Erneuerung. Da rückgewonnene Wärme aus der Kühlung künftig für die Trinkwassererwärmung genutzt wird.

Für die Betreiber und auch die Kunden bedeuten die kommenden Wochen Einschränkungen. „Wir sind aber vor Ort und wir werden nachher mehr Qualität in diesem Bereich haben“, sind die lokalen Akteure überzeugt. Gerade im Bereich „bessere“ Luft sowie Energieeinsparungen sei die Umrüstung ein deutlicher Qualitätssprung. Der Umbau folgt einem straffen Zeitplan und soll schnell vollständig abgeschlossen werden. Dafür ist es notwendig, dass die Fläche in drei Bauabschnitten jeweils teilweise abgesperrt wird. Trotzdem wird die Markthalle während der gesamten Bauzeit mit einem reduzierten Angebot für die Kunden da sein:

Bauphasen Umbau Markthalle

Geplant ist, die Verkaufsfläche nur eine Woche ganz zu schließen. „In dieser Zeit werden wir aber mit Verkaufswagen weiterhin für unsere Kunden da sein“, stellt Dominik Welz klar. Kunden werden Anbieter unter Umständen nicht an der gewohnten Stelle finden und nicht die gewohnten Eingänge nutzen können. Auch die Sitzmöglichkeiten in der Markthalle stehen nicht zur Verfügung. Um die Orientierung zu erleichtern, stellt die Stadt Fellbach in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketingverein Informationsmaterialien zum Mitnehmen und vor Ort zur Verfügung. Mit Hilfe von Baustellenbanner werden die „Laufwege“ ausgeschildert.

Für die Verkaufswagen und die Baustellenlogistik müssen Parkplätze und der Gehweg gesperrt werden. Fußgänger können den gegenüberliegenden Gehsteig nutzen. Der Zugang zum geöffneten Teil der Markthalle, zu allen anderen Geschäften entlang der Straße, sowie zu Hauseingängen und Zufahrten bleibt durchgehend möglich.

Personen, die mit den PKW zur Markthalle oder zu den umliegenden Geschäften kommen, wird während der Bauzeit empfohlen, soweit möglich, die Parkplätze in der Tiefgarage des Rathauses zu nutzen. Das Parken dort ist in den ersten 60 Minuten kostenlos.

Zur Dr. Eisele-Stiftung

Die Stiftung wurde im Jahr 2004 von Dr. Karl Eisele und seiner Frau Elisabeth gegründet. Die gemeinnützige Stiftung setzt sich für die Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland ein und fördert Bildungsprojekte. Dabei wollten die Gründer vor allem Begeisterung für die Naturwissenschaft bei Jugendlichen wecken. Ein Teil des Stiftungsvermögens wurde in die Markthalle Fellbach investiert.