Wort zum Sonntag (24.01)


Weihnachten ist vorbei – aber die Kerzenzeit noch nicht, auch wenn die Tage schon länger werden.

Daher noch ein Gedanke zum Kerzenlicht.

Haben Sie schon einmal beobachtet, mit welcher Achtsamkeit, Vorsicht und Konzentriertheit ein kleines Kind eine Kerze trägt? Fuß vor Fuß, den Blick kaum von der Flamme genommen, kann es Minuten dauern, bis das Licht von einem Tisch zum anderen getragen ist. Oder vom Altar zum Platz. Oder vom Boden bis zur Laterne.

Eine Kleinigkeit für uns Erwachsene, wir denken nicht mal über die Zerbrechlichkeit und Sterblichkeit der Flamme nach. Wir beherrschen Physik, den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Auslöschung durch Luftzug. Nicht so das Kind mit der Kerze. Es sieht nur, dass die Flamme flackert und durch eine zu hastige Bewegung auslöschen könnte. Diese vermeintliche Katastrophe will es unter allen Umständen vermeiden. Zumindest bis es gelernt hat, wie einfach eine Kerze wieder anzuzünden geht.

Das neue Jahr ist so eine „Kerzenflamme“: Mit welcher Achtsamkeit und Konzentriertheit machen wir uns mit ihm auf den Weg? Oder rennen wir achtlos durch unsere Zeit ohne zu bedenken, welchen Wind oder Sturm wir verursachen und was dabei auf der Strecke bleibt und verlöscht.

So wünsche ich uns allen, dass wir durch dieses Jahr achtsam auf uns und auf unseren Nächsten gehen. Dass wir uns dabei fest darauf verlassen, dass Gott uns begleitet und uns selbst ein Licht für andere sein lassen möchte. In 1. Petrus 1, 19 heißt es: „Ihr tut gut daran, Gottes Zusagen zu vertrauen und darauf zu achten wie auf ein Licht, das solange an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht.“