Unterstützung, die Spaß und Freude bringt


Musik, die Menschen zusammenführt, Schwimmunterricht, Hilfe für Geflüchtete oder Initiativen für mehr soziale Sicherheit – die unterstützten Projekte der Bürgerstiftung Fellbach sind vielfältig. Bei ihrem ersten Stifterforum in Präsenz nach dreijähriger Coronapause hat die Bürgerstiftung Fellbach am Montag, 27. Februar, vier ihrer Projekte vorgestellt. „Die vergangenen Jahre haben uns gezeigt, wie gut es ist, auf die Bürgerstiftung vertrauen zu dürfen“, betonte Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull bei ihrer Begrüßung im Waldschlössle. Sie bedankte sich bei allen, die sich in der Bürgerstiftung engagieren, über den eigenen Tellerrand hinausschauten und die Not der Mitmenschen sähen. „Viele Projekte wären ohne die Stifter, Spender und Partner, ohne die Bürgerstiftung, nicht so wirkungsmächtig“, führte Zull aus.

Die vorgestellten Projekte zeigten beispielhaft, wie geholfen werden kann und „welche Energien sich mit dieser Hilfe freisetzen lassen“, so Zull. Mit den Initiativen werde der Zusammenhalt in der Stadt gestärkt. „Wir geben den Menschen Zuversicht und zeigen, dass sie ‚gesehen werden‘. In einer Zeit, die für viele immer unübersichtlicher, schwieriger und angsteinflößender wird, sind solche Projekte wichtige Anker“, erklärte die Oberbürgermeisterin.

In kleinen Talkrunden, moderiert von Michaela Gamsjäger, stellvertretende Leiterin des Amtes für Soziales und Teilhabe, stellten die Beteiligten ihre Projekte vor. Mit „grenzenlos“ gelingt es, die Kooperation zwischen der Fröbelschule und der Fellbacher Musikschule fortzuführen und zu intensivieren. In dem inklusiven Ensemble, das mit 10.000 Euro durch die Bürgerstiftung gefördert wird, musizieren Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Handicap gemeinsam.

Kinder und Eltern für das Schwimmen zu begeistern, haben sich die Humanus-Stiftung zusammen mit der Bürgerstiftung auf die Fahnen geschrieben. „20 Prozent der 6-bis 10-Jährigen können nicht schwimmen – dabei ist das Schwimmen so wichtig wie das Lesen und Schreiben“, sagte David Coronel, Rektor der Wichernschule und Initiator des Projekts. Die Fellbacher-Seepferdchen-Initiative setzt auf ein bekanntes Umfeld von Schule, Verein, Familie und Freunde und auf sogenannte Schwimm-Partner, die das Erlernen des Schwimmens erleichtern sollen. Mit dem Geld der Bürgerstiftung (bis zu 10.000 Euro im Jahr) können beispielsweise Schwimmbretter angeschafft, zusätzliche Schwimmlehrer und Betreuer entschädigt oder auch Kindern aus finanziell schwachen Familien der Unterricht ermöglicht werden.

Unterstützt wird auch ein Projekt der Katholischen Kirche Fellbach für Frauen mit Kindern in schwierigen Lebenssituationen, das Pastoralreferent Martin Wunram vorstellte. Im umgebauten Pfarrhaus in Schmiden leben seit einem Jahr mehrere ukrainische Frauen mit ihren Kindern. Jeder Familie stehen zwei ehrenamtliche Patinnen zur Seite. „Die bei uns lebenden Frauen vermissen ihre Heimat und ihre Familien, und es ist schön, wenn wir ihnen trotz allem ein gutes Gefühl hier geben können“, sagt Martin Wunram.

Der Stadt Fellbach engagiert sich mit der Aktion „Von uns für Euch!“ zusammen mit den Kirchen und karitativen Einrichtungen für Personen, die durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Ziel sei, die Aufmerksamkeit auf die Situation zu lenken, die Probleme zu sehen und direkte Hilfe anbieten zu können, führte die OB in der Talk-Runde aus. Von den eingenommenen Spendengeldern wurden in einer beispiellosen Aktion 3.500 Lebensmittelpakete gepackt. Diese Pakete sind zwar grundsätzlich für alle Menschen gedacht, denen die Lebenshaltungskosten über den Kopf wachsen, doch ein besonderes Anliegen sind Oberbürgermeisterin Gabriele Zull und den Projektpartnern ältere Menschen. „Zu viele verfügen über sehr wenig Rente und sind zu stolz, um Sozialleistungen zu beantragen.“

Das abwechslungsreiche Stifterforum wurde von einem Trio der Musikschule Fellbach begleitet. Olivia Rivero, Pauline Claussen und Paul Paluch zeigten ihr Können an der Klarinette. Nach dem Ende des offiziellen Teils warfen die Gäste einen Blick hinter die Kulissen des fast „fertigen“ Waldschlössles. Die Resonanz auf den modernen, aber behutsamen Umbau war positiv. „Endlich bekommen wir Fellbacher unser Waldschlössle zurück“, war eine Äußerung, die an diesem Abend häufig zu hören war. Auch das neue Pächterehepaar Annika und Manuel Braun bekamen großes Lob für ihr Catering. „Das wird gut, wir freuen uns auf Sie!“, hieß es von den Gästen, die mit eigens organisierten Kleinbussen zur Veranstaltung und wieder zurück „geshuttlet“ worden waren.

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Redakteur / Urheber
© Sabine Laartz (Stadt Fellbach)