Erholung, Naturschutz und ein gesunder Mischwald


„Wir haben einen sehr gesunden Wald, dessen Bestand stabil ist und ein ideales Mischverhältnis aufweist“, führte Stefan Baranek, Leiter vom Forstrevier Fellbach-Kernen, im Verwaltungsausschusses am vergangenen Dienstag, 17. Januar 2023, aus. Einzig der Buchenbestand macht den Fachleuten Sorge. Baranek stellte den Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2023 vor, der einstimmig beschlossen wurde.                                                                                   

„Für uns steht der Erholungs- und Naturraum im Vordergrund und nicht primär die Holzproduktion, auch wenn die Nachfrage nach wie vor hoch ist. Diesen Raum gilt es zu schützen, dem Klimawandel anzupassen und adäquat zu pflegen“, fasste Baranek die Ziele zusammen. „Fellbach agiert vorbildlich, der Wald hat wenig Schadholz und was wegkommt, wird nachhaltig ersetzt“, schwärmte auch Dagmar Wulfes vom Forstamt des Rems-Murr-Kreises.

Der diesjährige Betriebsplan beinhaltet die Pflanzung von 300 Douglasien, 300 Stieleichen und 400 Maronen und sieht einen Holzeinschlag von 800 Festmetern vor: „Der Holzeinschlag befindet sich im Rahmen des natürlichen Gleichgewichts und der Vorgaben der Forsteinrichtung. Die nachhaltige Pflanzung von klimaresistenteren Bäumen wie Maronen ermöglicht uns die Sicherung der Bestände.“ Trockenheit und Klimawandel fordern die Wälder allerdings immer weiter heraus und dominierende Arten wie die Buche werden immer öfter durch Baumarten er-setzt, die mit der Trockenheit besser zurechtkommen. Die Pflanzungen, die Pflege der Jungbäume und deren Schutz gegen Wildtiere sei aber nur ein kleiner Teil seiner Arbeit, schilderte Baranek.

Zudem erklärte der Förster, dass es in vielen Bereichen zu Unkrautbewuchs durch Adlerfarn oder Brombeeren kommt: „Wir gehen dagegen an, sobald es notwendig wird, aber stets mit manuellen Methoden wie Freischneidegeräten und nicht mit Chemie“, hob Baranek hervor.
Gerade nach dem vergangenen Jahr zeige leider die Buche deutliche Folgen der Trockenheit, betonte Wulfes. Der Baum stände unter besonderer Beobachtung in Fellbach und würde – sowie alles Totholz – bei Schäden konsequent entfernt, um keine Waldbesucher zu gefährden.

Die Stadträte hatten nur lobende Worte für die Arbeit von Stefan Baranek, „unser Hüter des Waldes“ nannte ihn Stadtrat Franz Plappert (CDU) und „er findet stets die richtige Balance zwischen Erholung und Naturschutz“ hieß es von Stadtrat Andreas Möhlmann (SPD).
Ob im Fellbacher Wald ein „Wildschwein- oder Waschbärproblem“ herrsche wollten Stadträtin Agata Ilmurzynska (Grüne) und Stadtrat Erich Theile (CDU) wissen: „Wir reden in diesem Zusammenhang nicht von einer Plage und haben die Entwicklungen im Auge, um eingreifen zu können, wenn es nötig wird“, beantwortete Baranek die Fragen.
Auch Oberbürgermeisterin Gabriele Zull sprach dem erfahrenen Förster ihren Dank aus: „Wir sind froh einen motivierten Fachmann wie Sie in den eigenen Reihen zu haben.“

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Redakteur / Urheber
© Alican Tosun (Stadt Fellbach)