Neubau der Helmut-von-Kügelgen-Schule kommt nicht


Die Beratungen waren lang und intensiv! Seit mehreren Jahren begleitet und unterstützt die Stadt Fellbach die Pläne der Freien Waldorfschule einen Schulneubau an der Philipp-Reis-Straße zu errichten. Die vorgestellten Finanzierungsunterlagen der Schule weisen allerdings rechnerisch „eine erhebliche Finanzierungslücke“ auf, so dass eine Ausfallbürgschaft von Seiten der Stadt rechtlich nicht möglich sei, wie in der Gemeinderatssitzung am 31. Mai einstimmig vom Gemeinderat festgestellt wurde. Damit ist der Neubau der Schule nicht mehr möglich und das von der Stadt bisher vorgehaltene Grundstück wird in eine andere Nutzung übergehen.

„Die Verwaltung muss den Weg gehen, der rechtlich möglich und vertretbar ist“, führte Gabriele Zull aus. Die Oberbürgermeisterin bedauerte, den zahlreichen Eltern und Lehrern, die zur Gemeinderatssitzung gekommen waren, keine andere Auskunft geben zu können. Dabei habe sich die Stadt den Schritt nicht leicht gemacht, so Zull. Allein im vergangenen Jahr hat sich der Gemeinderat elf Mal mit dem Neubau der Schule beschäftigt. „Wir waren gemeinsam auf dem Weg“, betonte auch Schulbürgermeister Johannes Berner. Bei einem Architektenwettbewerb im Jahr 2016 wurden Pläne ausgelobt, wie das 8000 Quadratmeter große städtische Gelände, das in Erbpacht zur Verfügung gestellt werden sollte, genutzt werden könne. Allerdings passten das Vorhaben und die dazugehörige Finanzierung nicht zusammen. Im vergangenen Jahr sollte eine realistische Kostenschätzung erfolgen, der eine ausreichende Finanzierung gegenübergestellt werden musste. Dies ist nach eingehender Prüfung nicht gelungen. Die Stadt könne daher die notwendige Ausfallbürgschaft aus rechtlichen Gründen nicht übernehmen. „Ein ernüchterndes und deprimierendes Ergebnis“, so Johannes Berner.

Als Kompromiss für die 240 betroffenen Schüler zeichnet sich eine Zusammenlegung der beiden bisherigen Schulstandorte der Helmut-von-Kügelgen-Schule ab. Der bisherige Unterstufencampus, in Containern auf zeitlich befristet angepachteten Grundstücken an der Thomas-Mann-Straße untergebracht, soll mit der Oberstufe, die in der Siemensstraße beheimatet ist, zusammengelegt werden. Beide könnten dann künftig in den Räumen in der Siemensstraße zusammengeführt werden. Zur Abrundung beantragte der Schulträger bei der Stadt, 500 Quadratmeter des bisher vorgehaltenen Grundstücks als „grünen Schulhof“ nutzen zu dürfen.

Damit erhielte die Schule eine Chance, das Provisorium der Unterstufe aufzulösen, freute sich Grünen-Stadtrat Dr. Stephan Illing. Er betonte, die Stadt und der Gemeinderat habe das Schulprojekt immer „gründlich und wohlwollend“ begleitet. „Wir können nicht einfach bürgen, wenn es uns gefällt“, kommentierte SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Möhlmann die rechtlichen Vorgaben. Grundsätzlich stehe der Gemeinderat hinter der Schulvielfalt und befürworte das Angebot der Freien Waldorfschule. Allerdings hätten zu lange „unrealistische Möglichkeiten“ im Raum gestanden, wie CDU-Stadtrat Hans-Ulrich Spieth ausführte. FW/FD-Stadtrat Martin Oettinger forderte, nach vorne zu schauen und möglichst schnell die Verhandlungen über den künftigen Schulstandort zu Ende zu führen, um die Schule wirklich zu sichern.

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Redakteur / Urheber
© Sabine Laartz (Stadt Fellbach)