Pläne für Melanchthon-Areal nehmen Gestalt an


Gut 60 Anwohner versammelten sich bei strahlendem Sonnenschein am Mittwochabend, 11. Mai, vor dem Eingang der ehemaligen Kirche. Die Bauverwaltung der Stadt Fellbach hatte eingeladen, um über den geplanten Abriss der kirchlichen Gebäude und den Neubau des Melanchthon-Kindergartens zu informieren. Auch wenn noch viel Planungsarbeiten zu erledigen sind und die Bagger voraussichtlich erst Anfang 2024 rollen werden, war das Interesse groß.

„Wir wollen sie mitnehmen, auch wenn wir noch am Anfang des Verfahrens sind. Wir werden sie über den Zeitplan und den weiteren Verlauf informieren“, skizzierte Baubürgermeisterin Beatrice Soltys die Intention der Veranstaltung. Derzeit würden im Hochbauamt die Ausschreibungsunterlagen finalisiert. Gesucht wird ein Kooperationsteam aus Planer und Generalunternehmer, die einen Wettbewerbsentwurf und ein Pauschalpreisangebot anbieten. Bisher wurde vom Hochbauamt der Stadt eine Machbarkeitsstudie angefertigt, um darzulegen, wo und wie das Areal für die erweiterte Kindergartenfläche nach dem Abriss der Kirche genutzt werden kann. So soll der künftige Neubau des Kindergartens am selben Ort wie bisher erstellt werden – allerdings etwas größer, da dann sechs Gruppen hier Platz finden werden. Bisher ist allein das Baufenster festgelegt – wie dieses genutzt und wie das Gebäude gestaltet wird, das soll im Architektenwettbewerb erarbeitet werden.

„Eine nachhaltige und hochwertige Bauweise“, versprach Frank Gottschalk, Abteilungsleiter Hochbau. Dies gelte für Baustoffe genauso wie für das Energiekonzept. So ist beispielsweise ein Holzbau angedacht, der einen hohen Vorfertigungsgrad ermöglicht und die Beeinträchtigung durch den Baustellenbetrieb erheblich reduziert und in der Zeit verkürzt. Das Areal liegt in einem nur fußläufig erreichbaren Bereich und die Anwohner äußerten deutliche Bedenken zum anstehenden Baustellenverkehr. Der Abriss der Bestandsgebäude sowie der Beginn des Neubaus sind daher in direkt Abfolge konzipiert, um die Belastungen möglich gering zu halten. Welche Energieversorgung für den Neubau zum Tragen kommt, ist Bestandteil der Ausschreibung. Die Idee, bei einem Blockheizkraftwerk gegebenenfalls die Anwohner miteinzubinden, nehmen die Verwaltungsfachleute mit.

Von derzeit 65 Kindern in vier Gruppen wird die Einrichtung auf sechs Gruppen mit bis zu 115 Kindern wachsen. „Wir haben bereits heute mehr Nachfragen“, stellte Sabine Rieger-Mühleck, Leiterin der Kindertageseinrichtungen des Evangelischen Vereins fest. Der Evangelische Verein als Träger der Einrichtung nutzt deshalb bereits heute die Interimseinrichtung auf dem P3-Parkplatz an der Esslinger Straße. Die ersten Erweiterungsgruppen sind dort bereits zuhause. Die anderen Kinder ziehen in die Modulbauten, sobald der Abriss ansteht. „Das Gebäude ist aus den 60-ziger Jahren und nicht mehr sanierungsfähig“, so Rieger-Mühleck zum Zustand des Bestandsgebäudes. Der Verein freue sich auf den Neubau in dem wunderbaren Umfeld.

Die Fragen der Anwohner bezogen sich auch auf die Verkehrsanbindung und die Regelung des elterlichen Hol- und Bringservices. „Sie glauben doch nicht, dass sich die Eltern daranhalten“, so ein ungläubiger Ausruf als Cornelius Ehlert das Verkehrskonzept erläuterte. Die Planungen sieht in der Eugenstraße und in der Albert-Schweitzer-Straße eine Zone vor, an denen Eltern halten und ihre Kinder kurz in die Kita begleiten können. Dort werden auch Kurzzeitparkplätze für die „Elterntaxis“ eingerichtet. Die Zufahrt zur Einrichtung soll reglementiert bleiben. Nach Berechnungen nutzen ungefähr vier von zehn Eltern den PKW für die Fahrten von und zum Kindergarten. Auf Grund der Skepsis der Anwohner prüft der Verkehrsplaner der Stadt auch, ob ein Poller von vornherein mit integriert wird.

„Wenn Sie Fragen haben, kommen Sie auf uns zu“, appellierte Beatrice Soltys an die Anwohner zum Abschluss. Sie versprach, regelmäßig über den Fortgang des Verfahrens zu informieren.

Frank Gottschalk, Abteilungsleiter Hochbau, stellt das Konzept vor (Foto: Sabine Laartz)

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Redakteur / Urheber
© Sabine Laartz (Stadt Fellbach)