Ziegen zur Landschaftspflege auf dem Kappelberg


Die beiden Steppenheiden am Fellbacher Kappelberg werden in Kürze wieder von tierischen Naturschützern gepflegt. Rund 60 Ziegen werden auf den beiden Flächen weiden und so verhindern, dass Sträucher und Hecken die geschützte Kulturlandschaft langsam überwuchern. Hirte Heiner Negele aus Aichwald bringt die Tiere mit einem Ziegenauftrieb auf den Kappelberg.

Die vierbeinigen „Rasenmäher“ sind vegetarische Allesfresser. „Ziegen scheuen auch vor kleinen Sträuchern und Brombeeren nicht zurück“, erklärt Gundis Steinmetz vom Stadtplanungsamt Fellbach. Die Ziegen auf dem Kappelberg sind mittlerweile schon ein vertrauter Anblick. Bevor das Projekt startete, hatten Mitglieder des Schwäbischen Albvereins zusammen mit dem Naturschutzbund (NABU) die geschützten Hanggrundstücke einmal im Jahr gemäht. Das mühselige Unterfangen verhinderte aber nicht, dass sich immer wieder andere Pflanzenarten ansiedelten und die beiden Steppenheiden gefährdeten. Der Pflegeaufwand für die rund zwei Hektar geschützter Fläche hat sich für die Verbände durch den tierischen Einsatz deutlich reduziert.

Die beiden Steppenheide-Flächen sind als sogenanntes FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat), das einen äußerst schützenswerten Lebensraum beschreibt, Bestandteil der europäischen Schutzfläche Natura 2000. Damit diese Flächen erhalten bleiben, besteht für jedes Habitat ein detaillierter Pflegeplan.

Das „Kurzhalten“ des Bewuchses ist eine der Hauptaufgaben in der Steppenheide. Für ihren Einsatz benötigen die tierischen Rasenmäher eine feste Fläche, die mit einem mobilen Elektrozaun abgegrenzt wird. Im Mai weiden die Ziegen zunächst auf der westlichen Steppenheide. Der östliche Bereich folgt im Anschluss. Während der Beweidung ist der Schotterweg in der westlichen Heide nicht begehbar. Der Fuß- und Radverkehr wird während der Sperrung umgeleitet.

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