Zentrale Notunterkunft in der Festhalle Schmiden aufgebaut


Die Zahl der Menschen, die vor dem Bombenterror des Krieges und dem unermesslichen Leid in der Ukraine fliehen, wächst. Über drei Millionen Mütter, Kinder und ältere Personen haben inzwischen die Ukraine verlassen. Die meisten von ihnen sind in den Nachbarländern aufgenommen worden, doch auch in Deutschland steigt die Zahl der Schutzsuchenden stark an. Die Stadt Fellbach hat daher in der Festhalle Schmiden eine Notunterkunft eingerichtet, in der Geflüchtete schnell und unbürokratisch zunächst untergebracht werden können.

„Gerade wenn eine größere Gruppe am Wochenende ankommt, müssen und wollen wir schnell helfen können“, betont Oberbürgermeisterin Gabriele Zull. Bisher sind über 100 ukrainische Flüchtlinge in Fellbach gemeldet. Viele von ihnen finden dauerhaft oder vorübergehend bei Verwandten oder Bekannten Hilfe. „Die Solidarität ist beeindruckend“, so die Oberbürgermeisterin, die sich bei allen Unterstützern bedankt. Doch die Flüchtlingszahlen nehmen zu und die Kommunen werden in Kürze auch offizielle Zuweisungen erhalten. Es sei bereits angekündigt, dass die Geflüchteten dann auf die Kommunen verteilt würden, sobald die Erstaufnahmestellen belegt sind. „Wir müssen hier Vorsorge treffen“, betont OB Zull. Die Geflüchteten könnten auch abends oder am Wochenende ankommen und dann müssten schnell mehrere Menschen versorgt werden.

Die Stadtverwaltung hat daher in Kooperation mit der Fellbacher Location & Event GmbH (feel GmbH) die Festhalle Schmiden als sogenannte „Fellbacher Erstaufnahmestelle“ hergerichtet. „Ab Freitagnachmittag können wir die Menschen unterbringen“, führt Andreas Gehrung, Mitglied der städtischen Arbeitsgruppe Ukrainehilfe, aus. Über 40 Betten stehen dann zur Verfügung – weitere können aufgebaut werden. „In der Halle war bereits 2016 eine Notunterkunft. Die Infrastruktur ist gut und wir können hier auch die Erstregistrierung abbilden, bevor die Menschen dann nach und nach in andere Unterkünfte wechseln“, fassten Jens Mohrmann, Geschäftsführer der feel GmbH, und Andreas Gehrung zusammen.

Die Organisation der Unterkunft wird in den bewährten Händen der Feuerwehr liegen, die Betreuung teilen sich Mitarbeiter der Verwaltung und ehrenamtliche Helfer. In den vergangenen Tagen haben sich einige Fellbacher gemeldet, die sich gerne bei der Betreuung der ukrainischen Flüchtlinge einbringen wollen. „Wir sprechen mit allen“, so Michaela Gamsjäger. Die stellvertretende Amtsleiterin koordiniert die ehrenamtliche Hilfe. „Wir benötigen Unterstützung in vielen Bereichen – von der Betreuung der Kinder über Dolmetscherdienste, Begleitung bei Ämtergängen, die Ausgabe von Sachspenden bis zur Hilfe in der Notunterkunft“, skizziert sie das Aufgabenspektrum. Noch stehe der Aufbau der ehrenamtlichen Hilfe am Anfang, doch „wir werden viele helfende Hände benötigen“, ist sie sicher. In den kommenden Tagen werden zunächst die Helfer für die Festhalle Schmiden kontaktiert und für ihre Aufgabe vorbereitet.

„Wir haben bereits die Zusage unseres Ärzte- und Apothekernetzwerkes, dass sie uns weiter unterstützen“, erklärt Oberbürgermeisterin Zull erfreut. Damit würden Tests, Impfungen aber auch die allgemeine medizinische Versorgung deutlich erleichtert. Noch lasse sich nicht abschätzen, wie viele Geflüchtete nach Baden-Württemberg, in den Rems-Murr-Kreis oder nach Fellbach kommen. „Doch es werden sicher noch mehr werden“, prognostiziert Fellbachs Oberbürgermeisterin.

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Redakteur / Urheber
© Sabine Laartz (Stadt Fellbach)