Fellbacher Kulturbetrieb trotzt der Pandemie


„Es war ein turbulentes Jahr mit vielen Absagen, Neuplanungen und Verschiebungen", resümierte die Kulturamtsleiterin Maja Heidenreich am vergangenen Dienstag im Verwaltungsausschuss. Trotz der massiven Einschränkungen durch die Corona-Bestimmungen, konnten dank einer ausgefeilten Organisation und Planung attraktive Veranstaltungen im Corona-Jahr 2021 angeboten werden. 
Während des Lockdowns von Januar bis Juni mussten alle geplanten Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden. Darunter fielen auch die drei Rathauskonzerte, das Theaterprogramm in der Schwabenlandhalle das Kleinkunstwochenende im Großen Haus in Schmiden, sowie drei Ausstellungseröffnungen in der Städtischen Galerie und im Foyer des Rathauses. In den Herbst verschoben wurden ebenfalls die Literaturtage mit der Mörikepreisverleihung. Diese musste jedoch kurzfristig noch abgesagt werden, da der Preisträger Leif Randt leider erkrankt war. Die Stadtbücherei, die Kunstschule, das Stadtmuseum, die Städtische Galerie und das Stadtarchiv konnten ihre Angebote nach dem Lockdown an die jeweils geltenden Corona-Verordnungen anpassen und ab März wieder für den Publikumsverkehr öffnen.
In den Sommermonaten fanden dann, unter fortwährender Anpassung an die sich oft veränderte Corona-Verordnung, viele kleinere und größere Veranstaltungen im Freien statt. Vor allem das Weidachtal bot hierfür eine unvergleichliche Kulisse. Der gut besuchte Familienkulturtag, mit Beteiligung der Stadtbücherei und der Kunstschule, fand dort den perfekten Rahmen. Auch die Landungsbrücke am Neckar verwandelte sich in eine einzigartige Bühne.
„Für das Stadtmuseum war es ein gutes Jahr", freute sich die Kulturamtsleiterin. Die Jubiläumsausstellung „Ort Wort Wein" war mit mehr als 3000 Gästen ein voller Erfolg. Auch schafften es zahlreiche Fellbacher Vereine, sich mit eigenen Veranstaltungen am Programm der 900 Jahr-Feier zu beteiligen.
Ebenfalls ein gutes Jahr war es für das Stadtarchiv. Der neue Standort im Kulturamt in der Hinteren Straße 16 erwies sich für die Öffnung des Archivs von Vorteil. „Seither ist ein großer Zuwachs an Archivbesuchern und Anfragen zu verzeichnen", berichtete Heidenreich. Für das Jahr 2021 wurden rund 120 Anfragen (analog und digital) bearbeitet.
Während die Stadtbücherei bis Mitte März geschlossen bleiben musste, konnten Besitzer eines Büchereiausweises Medien aus dem Online-Katalog telefonisch oder per E-Mail zur Abholung bestellen. Für Risikogruppen bot das Büchereiteam einen zusätzlichen Lieferservice an. Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten organisierten die Kulturamtsmitarbeiterinnen Lesungen und Vorträge für Kinder und Erwachsene. Eine besondere Veranstaltung war der Besuch des Vorlesefriseurs Danny. Darüber hinaus wurden 54 Medienkisten für Fellbacher Schulen zusammengestellt und mehrere Ausstellungen in den Stadtteilbibliotheken und in der Hauptstelle in Fellbach eröffnet. Gemeinsame Aktionen mit der Kunstschule ergänzten das vielseitige Programm.
Die Kunstschule selbst, ebenfalls dem Kulturamt zugeordnet, hat mit Kerstin Schäfer seit dem 1. Januar letzten Jahres eine neue Leitung. Am neuen Standort kann die hochmotivierte Künstlerin bereits jetzt auf Rekorde stolz sein: Mit mehr als 200 Anmeldungen erreichte die Kunstschule eine Höchstzahl seit 2012.
„Im Dezember wurden auf Grund der steigende Infektionszahlen alle für dieses Jahr noch geplanten Veranstaltungen des Kulturamts ins Jahr 2022 verschoben oder abgesagt", verriet Heidenreich. Trotz der zahlreichen coronabedingten Einschränkungen blickt die Kulturamtsleiterin positiv auf das Jahr 2022 und gab im Gemeinderat einen vorsichtigen Ausblick. So seien Konzerte, Theateraufführungen, Kulturtage und vieles mehr für das laufende Jahr geplant. Ebenfalls auf dem Programm steht das Kulturhighlight 2022, die Triennale Kleinplastik (4.6. – 3.10.). Kuratorin Elke aus dem Moore wird die überregional beachtete Ausstellung unter dem Titel „Die Vibration der Dinge" präsentieren.
Die Fraktionsmitglieder lobten parteiübergreifend die ungebrochene Motivation der Kulturamtsleiterin und des gesamten Teams, dem eine „große Frustrationstoleranz" bescheinigt wurde. Oberbürgermeisterin Gabriele Zull schloss sich dem Lob an und würdigte zusätzlich das „vielseitige Programm für Kinder und Familien", die es während der Pandemie besonders schwer hatten.

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Redakteur / Urheber
© Julia Küstner (Stadt Fellbach)