Verwaltung prüft neue Trassenalternative


Die Verwaltung vertieft die Prüfung einer neuen Trassenalternative für die Radschnellverbindung Fellbach RS 5. Dafür stimmte die Mehrheit der Stadträte am Dienstag, 30.11.2021, in der Gemeinderatssitzung. „Bei der Trassenalternative 7 (Waiblinger Straße/Tainer Straße) sehen wir am ehesten die Chance, dass sie stadtverträglich ist“, betonte Baubürgermeisterin Beatrice Soltys.

Der Streckenverlauf des vom Land befürworteten Radschnellweges von Schorndorf nach Stuttgart durch Fellbach ist umstritten. Auf rund drei Kilometer soll die Verbindung durch die Kappelbergstadt führen – sofern ein direkter Trassenverlauf gewählt wird. In einer breit angelegten Beteiligung der Öffentlichkeit wurden neben den allgemeinen Kriterien für die Radschnellwege (beispielsweise die Breite der Trasse, möglichst kreuzungsarm) auch sogenannte Stadtverträglichkeitskriterien entwickelt.  Bei den rund 600 Befragten spielten neben der direkten Wegeführung vor allem auch die Sicherheit und der Komfort der Streckenführung eine große Rolle. Zudem sollte der Radschnellweg gut ins allgemeine Radnetz integriert werden ohne die Stadt zu durchschneiden.

Sowohl durch die Umfrage als auch durch Anträge der Stadträte wurden verschiedene Streckenverläufe für den Radschnellweg entwickelt. Insgesamt acht zusätzliche Trassenvarianten hat die Stadt anhand der Basiskriterien für Radschnellwege und der erweiterten Kriterien aus der Öffentlichkeitsbeteiligung in der zweiten Jahreshälfte 2021 geprüft und verglichen. Vertieft untersucht sind bisher die Varianten 1 und 1b (Schorndorfer Straße/ Stuttgarter Straße) und die Variante 2 (Bruckerstraße/Mozartstraße/Feldweg).

Zusätzlich soll nun die Variante 7 intensiver geprüft werden. Für diese Variante wird die Möglichkeit der Anpassung der Verkehrsführung in der Waiblinger Straße und der Tainerstraße im Bereich der Neuen Mitte Fellbach und die Schaffung einer Anschlussstelle an die Stuttgarter Straße untersucht.

Verschiedene Trassenvarianten

Die 3,7 Kilometer lange Strecke verlaufe noch immer ziemlich direkt durch Fellbach und sei nur geringfügig länger als die bevorzugte Trasse 1 mit drei Kilometer Länge. Längere Abschnitte durch Gewerbe- oder Wohngebiete würden vermieden, was die Akzeptanz bei den Radfahrern erhöhen könnte. Grundsätzlich brächten alle Varianten Herausforderungen mit sich, fasste Baubürgermeisterin Beatrice Soltys zusammen. Die vorgegebenen Kriterien für einen Radschnellweg seien innerstädtisch nur sehr schwer zu erfüllen. Viele Einmündungen und Kreuzungen wie entlang der Stuttgarter Straße oder auch der Wegfall von Parkplätzen und Bäumen, um die notwendige Breite des Radschnellweges herstellen zu können, erschwerten Akzeptanz. Daher wolle die Verwaltung nochmal eine zusätzliche Variante prüfen. Alle vorgeschlagenen analysierten Trassenvarianten (1, 1b, 2 und 7) sollen dann in den Gremien vorgestellt werde.

Variante 7 sei interessant und verdiene es, näher untersucht zu werden, meinte Ulrich Lenk (FW/FD). Zwar habe die neue Variante auch Schwachpunkte, dennoch sei sie der beste Alternativvorschlag, sagte Agata Ilmurzynska (Grüne). Franz Plappert (CDU) befand die Weiterplanungen für richtig, plädierte aber, dass die eigenen Ziele ganz oben stehen müssten, da der größte Teil der Radfahrer aus Fellbacher sei. „Wir können uns für Variante 7 nicht erwärmen“, erklärte Andreas Möhlmann (SPD). Zugleich regte er an, dass es interessant wäre, wie die Nachbarstadt Stuttgart mit dem Radschnellweg umgehe, da diese auch nicht nur Grünflächen hätten. Jörg Schiller (Gruppierung Schiller/Lebherz) betonte, dass man mit der Variante genauso vor unlösbaren Problemen stehen werde und die Stadt ihren Fokus lieber auf den Ausbau der bestehenden Radwege legen sollte.

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Redakteur / Urheber
© Mareike Spahlinger (Stadt Fellbach)