Ziel bleibt bezahlbarer Wohnraum und durchmischtes Quartier


Circa 35 bis 45 Prozent bezahlbare Wohnungen sollen auf dem alten Freibad-Areal entstehen. Zudem soll etwa die gleiche Menge an Miet- und Eigentumswohnungen realisiert werden – auch innerhalb des Bereichs des bezahlbaren Wohnens. Dafür sprach sich die Mehrheit der Gemeinderäte in ihrer Sitzung Ende November 2021 aus. Insgesamt sollen die etwa 274 Wohneinheiten nach einer aktuellen Kalkulation knapp 14 Millionen Euro in die Stadtkasse bringen.

Zugunsten des sozialen Bausteins bestehend aus verschiedenen Einrichtungen zur Kinder- und Seniorenbetreuung sowie -pflege wurden zwei der sieben Baufelder im Entwurf noch einmal leicht verändert. „Ziel der Stadtverwaltung war und ist, im neuen Wohnquartier im Süden von Fellbach bezahlbaren Wohnraum sowie ein gut durchmischtes Areal zu schaffen“, betonte Baubürgermeisterin Beatrice Soltys. Mit den jetzt abgestimmten Rahmenbedingungen können die Planungen für das Areal finalisiert werden.

Die Stadt gehe bei den Planungen von einer Sozialquote von 35 bis 45 Prozent bezogen auf das gesamte Quartier aus. „Das liegt daran, dass die Baufelder unterschiedlich vermarktet werden können“, erklärte Soltys. So könnten klassische Bauträger genauso angesprochen werden wie Baugenossenschaften und Baugemeinschaften. In diesem Jahr soll der finale städtebauliche Entwurf vorliegen. In diesem werden dann auch die Parameter für den Verkauf der einzelnen Grundstücke festgelegt. Nach Anpassung der Bodenrichtwerte rechnet die Verwaltung nun mit Mindesteinnahmen von 14 Millionen anstatt 13 Millionen Euro.

Die Suche nach günstigerem Wohnraum betreffe mittlerweile sehr viele Bevölkerungsschichten, meinte Franz Plappert, CDU-Fraktionsvorsitzender, in der anschließenden Aussprache. Die stark gestiegen Wohnungspreise würden nicht nur Personen belasten, die auf Unterstützung angewiesen wären, sondern auch die sogenannte Mittelschicht. Die geplante Aufteilung des Areals befürworte die Fraktion, da so unterschiedliche Personengruppen zum Zug kämen. Der FW/FD-Fraktion sei es wichtig, dass es sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen im Bereich des bezahlbaren Wohnungsbaus gebe, betonte Stadtrat Peter Treiber. Denn gerade jungen Familien hätten hier einen hohen Bedarf.  Ob die Sozialquote letztlich bei 35 oder 50 Prozent liege, müsse nun einfach abgewartet werden. „Wichtig ist, dass wir das Projekt auf die Reise schicken und Wohnungen gebaut werden.“  Dr. Stephan Illing (Grüne) zeigte sich ebenfalls überzeugt davon, dass auf dem Areal ein lebendiges und durchmischtes Quartier erstehen werde. Wenn die Stadt wolle, dass etwa Erzieher oder Angestellte im Einzelhandel oder bei der Post nicht nur in Fellbach arbeiten, sondern auch wohnen, müsse sehr viel bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, weshalb seine Fraktion ein Quote von mindesten 45 Prozent fordere.

„Unserer Fraktion geht das nicht weit genug“, sagte Andreas Möhlmann, SPD-Fraktionsvorsitzender. „Wir haben eine deutlich höhere Quote für bezahlbares Wohnen gefordert.“ Ursprünglich seien zehn Millionen Euro als Erlös gedacht gewesen, jetzt mache es eher den Eindruck, als wolle man Kasse machen. Oberbürgermeisterin Gabriele Zull betonte abschließend, dass an dieser Konzeption sehr lange und sehr intensiv gearbeitet worden sei. „Ich bin überzeugt davon, dass es eine sehr gute Mischung werden wird.“ Ziel sei, ein durchmischtes Quartiers mit bezahlbarem Wohnraum. Dabei dürfe sicher auch der Erlös nicht aus dem Blick geraten – doch genau an diesem Kompromiss habe die Verwaltung intensiv gearbeitet.

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Redakteur / Urheber
© Mareike Spahlinger (Stadt Fellbach)