Bewohnerparken soll Fremd- und Dauerparker ausbremsen


Voraussichtlich ab Oktober 2022 soll es im Bereich des Komponistenviertels zwischen Esslinger Straße und Pfarrer-Sturm-Straße Bewohnerparkausweise geben. Parallel dazu wird die Parkdauer für ortsfremde Parker tagsüber auf drei Stunden begrenzt. Dafür stimmte die Mehrheit der Stadträte in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag, 30.11.2021. Die Voraussetzungen dafür seien gegeben, da die Parkraumsituation in dem Gebiet in Fellbach-Süd angespannt sei, erklärte Baubürgermeisterin Beatrice Soltys.

Grafik mit den beiden Zone für das Bewohnerparken

Bewohner der Bewirtschaftungszone und der Pufferzone können im kommenden Jahr Bewohnerparkausweise beantragen.

Untersuchungen hatten ergeben, dass die Auslastung der knapp 500 öffentlichen Parkplätze werktags zu den üblichen Geschäftszeiten sehr hoch ist. Nur knapp die Hälfte der parkenden Autos gehört dabei Anwohnern. Gründe für den hohen Parkdruck macht die Verwaltung in der räumlichen Nähe zum Umsteigepunkt der Stadtbahnhaltestelle Esslinger Straße und zur Bahnhofstraße mit Einzelhandel und Gewerbe aus. Erschwerend kommt hinzu, dass knapp 30 öffentliche Stellplätze gestrichen werden müssen, da mit ihrer Belegung in den schmalen Straßen keine Fahrbahnbreite von 3,05 Metern mehr gegeben ist. Fahrzeuge müssen deshalb häufig auf Gehwege ausweichen. Wenn die Parkplätze abgezogen werden, auf denen Fahrzeuge nicht konform der Straßenverkehrsordnung abgestellt werden, steigt die Auslastung durch die Reduzierung werktags auf 86 bis 91 Prozent.

„Parkraumbewirtschaftung führt immer auch zu einer Verdrängung“, führte Malte Novak vom Büro BrennerPlan in der Gemeinderatssitzung aus. Das Büro hatte die Verkehrsuntersuchungen durchgeführt. Um diesen Effekt abzufangen, können Anwohner der angrenzenden Pufferzone (bis zur Bahnhofstraße) ebenfalls Bewohnerparkausweise beantragen. Grundsätzlich wird die Gebühr für die Parkausweise zunächst bei 30,70 Euro pro Jahr festgelegt. Der Betrag entspricht den anfallenden Verwaltungskosten. Es sei derzeit nicht geplant, die Preise deutlich anzuheben, wie dies in anderen Kommunen erfolge.

„Mit der Maßnahmen können wir das Gebiet vom Parkdruck entlasten“, zeigte sich Soltys überzeugt. Zumal in sich in der Nähe ausreichend öffentliche Parkflächen befänden. „Wir gehen davon aus, dass sich Fremd- und Dauerparker so deutlich verringern.“ Im kommenden März ist die Information der Bewohner geplant und bereits im Mai sollen die Verkehrsschilder im Gebiet aufgestellt werden. Ab Mai können dann voraussichtlich auch die Bewohnerparkausweise online beantragt werden.

Prinzipiell stehe seine Fraktion einem Bewohnerparken kritisch gegenüber, erklärte Peter Schwarzkopf (FW/FD) in der anschließenden Aussprache. Wenn die Gebühren für die Anwohner allerdings niedrig gehalten würden, könnten sie dem Ganzen aber als Versuch zustimmen. Grünen-Faktionsvorsitzende Agata Ilmurzynska hingegen sieht in dem Bewohnerparken ein „gutes Instrument“, das Ordnung bringen werde, da zugeparkte Geh- und Radwege eine Gefahr seien. Mit dem Komponistenviertel mache die Stadt einen Anfang, weitere Gebiete würden folgen und der Parkdruck werde deutlich abnehmen, meinte sie. Bevor es an das nächste Gebiet gehe, solle mindestens ein Jahr vergehen und eine positive Rückmeldung der Anwohner des Komponistenviertels vorliegen, insistierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Franz Plappert. „Wir sind uns im Klaren, dass im gesamten Stadtgebiet ein hoher bis sehr hoher Parkdruck herrscht“, betonte Hans-Peter Krause (SPD). Deshalb sei es sinnvoll, Bewohnerparkausweise einzuführen. Er pochte allerdings darauf, die Bewohner des betroffenen Gebiets zu informieren und zu beteiligen.

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Redakteur / Urheber
© Mareike Spahlinger (Stadt Fellbach)