Zuschuss für strategische Innenstadtplanung


„Eine äußerst erfreuliche Mitteilung“ konnte Gabriele Zull am Dienstagabend, 30. November, den Stadträten machen: „Fellbach ist im Förderprogramm des Bundesinnenministeriums ‚Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren‘ aufgenommen“, so Fellbachs Oberbürgermeisterin. Die Stadt erhält bis 2025 449.000 Euro aus dem Fördertopf und wird damit beispielsweise das Einkaufsverhalten in der Fellbacher Innenstadt analysieren und in Oeffingen die Belebung des Ortszentrums unterstützen.

Der Förderantrag enthält mehrere Komponenten. Zum einen werden über digitale Messungen Daten zum Kundenverhalten erhoben. „Natürlich datenschutzrechtlich einwandfrei“, wie Julian Deifel zusichert. Zusammen mit Marion Maiwald, Leiterin des Grundstücksverkehrs, und anderen Kollegen hat der Fellbacher Einzelhandelskoordinator den ämterübergreifenden Antrag beim Ministerium gestellt. „Bisher haben wir uns meistens auf subjektive Einschätzungen verlassen, doch wir benötigen Daten und Fakten für unsere Planung“, erklärt Deifel. Über das Erfassen der Handyfrequenzen – ähnlich wie dies beispielsweise für Staumeldungen geschieht – sollen Kundenfrequenzen in der Innenstadt genauso ermittelt werden wie anonyme Bewegungsprofile. „So können wir unter anderem einschätzen, welche Einkäufe miteinander verbunden werden.“ Diese von der Technischen Universität München entwickelte Analysemethode „Smart Analytics“ liefert damit ganz neue Möglichkeiten und einen Baustein für die weitere strategische Planung der Innenstadt. „Wir nehmen dabei nicht nur den zentralen Versorgungsbereich Innenstadt, sondern auch den Nahversorgungsbereich nördliche Bahnhofstraße in den Blick“, führt der Einzelhandelskoordinator aus.

Ein weiterer Baustein des Förderprogramms ist in Oeffingen angesiedelt und unterstützt das Projekt „Oeffingen aktiv“ zur Belebung der Ortsmitte. Damit sollen unter anderem die Planungen für die Verlegung der Verwaltungsstelle oder der Platzgestaltung im Ortszentrum verfolgt werden. Auch die Erstellung eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts steht hier auf der Agenda. „Eine besondere Qualität erfährt das Projekt durch die kurzen Wege und die enge Abstimmung“ mit der Bürgerschaft, ist im Förderantrag zu lesen. Weitere Projekte wie eine Gründungsberatung oder auch eine Leerstandsplattform sind angedacht. „Wir sind noch am Anfang, zunächst muss das formale Zuwendungsverfahren erfolgen“, erklärt Deifel zum weiteren Vorgehen. Das Programm und die weiteren Schritten werden daher in den kommenden Wochen zunächst im Gemeinderat vorgestellt und beraten. „Der Zeitplan ist eng, doch wir freuen uns sehr, dass wir bei der Attraktivierung unserer Innenstädte Unterstützung erhalten“, sagt Gabriele Zull.

^
Redakteur / Urheber
© Sabine Laartz (Stadt Fellbach)