Die „weißen Flecken“ sollen beseitigt werden


Demnächst wird im Fellbacher Rathaus ein Förderbescheid des Landes über eine Millionen Euro für den Breitbandausbau in der Stadt eingehen. Insgesamt 89 neue Förderbescheide in Höhe von 70,5 Millionen Euro überreichte der stellvertretende Ministerpräsident und Digitalisierungsminister Thomas Strobl am Donnerstag an Kommunen, Landkreise und Zweckverbände aus den Regierungsbezirken Stuttgart und Tübingen. Aufgrund der Corona-Situation konnte die Veranstaltung nur als Video-Konferenz stattfinden. Die entsprechenden Urkunden gibt es daher ganz klassisch auf dem Postweg.

Der Breitbandausbau in den Regierungsbezirken Stuttgart und Tübingen bekomme mit der neuen Übergaberunde einen weiteren kräftigen Schub, stellte Thomas Strobel vor den zugeschalteten Vertretern der geförderten Kommunen fest. Ziel der Landesregierung sei es, bis 2025 einen flächendeckenden Ausbau mit Gigabit-Netzen zu erreichen.

In Fellbach ist der Glasfaserausbau bereits in vollem Gang. In den Gewerbegebieten sowie den Wohngebieten Fellbach-Süd und Oberdorf ist das Glasfasernetz bereits verlegt, in Fellbach-Nord und Schmiden-Süd läuft der Ausbau, in Schmiden-Nord hat die Deutsche Telekom mit der Vorvermarktungsphase begonnen. Bis 31. März 2022 können sich Kunden entscheiden, ob sie zu günstigeren Konditionen ans Netz der Zukunft angeschlossen werden wollen.

„Allerdings gibt es auch in Fellbach – insbesondere in den Randbereichen – sogenannten ‚weiße Flecken‘, in denen sich ein Netzausbau weder für die Telekom noch einen anderen Betreiber lohnt“, weiß Christoph Pfefferle, der Digitalisierungsbeauftragte der Stadt. „Aber auch aus diesen Gebieten erreichen uns Nachfragen nach schnellen Internetverbindungen.“

„Der Breitbandausbau ist für den Wirtschaftsstandort Fellbach ein wichtiges Stück Zukunftssicherung“, betont Oberbürgermeisterin Gabriele Zull. Aber nicht erst die Corona-Pandemie habe mit Homeoffice und Homeschooling gezeigt, wie wichtig schnelles Internet auch für die Bürger und deren Lebensqualität sei. „Unser Ziel muss es daher sein, dass alle Bürgerinnen und Bürger Zugang zum Breitbandnetz haben – unabhängig davon, ob sie im Innenstadt- oder im Außenbereich wohnen. Dies ist heute ebenso Daseinsvorsorge wie die Versorgung mit Wasser, Strom oder Gas“, so Zull.

Bund und Land haben Förderprogramme aufgelegt, die das Ziel haben, die „weißen Flecken“ beim Breitbandausbau zu beseitigen. Der Antrag der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Breitbandausbau Rems-Murr auf Aufnahme in dieses Programm war nun erfolgreich. Insgesamt stehen damit 2,5 Millionen Euro zur Verfügung, um in den kommenden Jahren das Glasfasernetz auch in Stadtbereichen auszubauen, in denen sich das für privatwirtschaftliche Unternehmen nicht lohnt. Neben der Landesförderung von einer Million Euro erhält Fellbach vom Bund 1,25 Millionen Euro. Entsprechend der Förderrichtlinien muss die Stadt zehn Prozent der beantragten Fördersumme – also 250.000 Euro - selbst aufbringen.