IBA: Neue Ideen für ein Gewerbegebiet


IBA27 - Projekt

„Internationale Bauausstellungen (IBA) wollen anders sein, sie wollen Durchbrechen, zum Nachdenken anregen und die Stadtplanung weiterbringen“, formulierte Oberbürgermeisterin Gabriele Zull in ihrer Begrüßung den selbstgewählten Anspruch der Internationalen Bauausstellungen. Dieses Ziel gelte auch für die IBA’27 in der Region Stuttgart. Zusammen mit den dem Intendanten der IBA’27, Andreas Hofer, sowie den Fellbacher Verantwortlichen stellte Zull das Konzept des Fellbacher Projektes Ende Oktober der Öffentlichkeit vor. Neben den rund 140 Teilnehmern die live in der Schwabenlandhalle dem Austausch folgten, waren auch digital gut 100 Personen an der Diskussion beteiligt.

Das Fellbacher IBA-Gebiet umfasst rund 110 Hektar Fläche und sei damit das bisher größte Einzel-Projekt der Internationalen Bauausstellung der Region Stuttgart, so Beatrice Soltys. Die Fellbacher Baubürgermeisterin schilderte in ihrem Auftakts-Vortrag, welche Fragen mit dem Projekt beantwortet werden sollen. Die Fläche umfasse ein „typisches Gewerbegebiet“ wie es in Deutschland zahlreiche gäbe. Die „Fläche ist nicht gut ausgenutzt, nicht klimagerecht aufgestellt, nicht verdichtet und etwas in die Jahre gekommen“, fasste Soltys zusammen. Viele Themen, wie die Konflikte zwischen Wohnen und Arbeiten oder die Versiegelung der Fläche, könnten hier beispielhaft beobachtet und dafür neue Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Das Besondere an dem Fellbacher Konzept sei aber die zusätzliche Einbeziehung der Landwirtschaft und die Frage, ob nicht eine Verknüpfung in den Energie- und Stoffkreisläufen möglich sei.

„Ein hoher Anspruch“, stellte auch Christian Plöhn fest. Der Leiter des Fellbacher Stadtplanungsamtes schilderte zusammen mit dem Fellbacher IBA-Koordinator, Ulrich Dilger, wie die Themen vor Ort bearbeitet werden sollen. Es „geht um Probleme, die langfristig gelöst werden sollen“ und dafür setze die Stadt auf die Mitwirkung der Eigentümer und Unternehmen im Gebiet. Bereits jetzt gäbe es zahlreiche Gespräche zu Projekten, bei denen Flächen besser ausgenutzt werden sollen. Wer sich beteiligten möchte, könne sich jederzeit an die Stadtverwaltung wenden. „Der Vorteil der IBA ist, dass gemeinsam mit zahlreichen Architekten und Wissenschaftler gearbeitet wird, die ihre Expertise miteinbringen“, skizzierte Dilger. Grenzen würden aufgebrochen und neue Kooperationen möglich.

„Viele der anstehenden Fragen sind essentiell für unsere Gesellschaft“, erklärte Andreas Hofer. Bauen sei ein langfristiges Projekt, so der Intendant der IBA’27, und müsse heute immer auch Antworten auf die Klimawende finden. In der IBA der Region Stuttgart gehe es daher nicht nur um konkrete Bauvorhaben, sondern auch um Prozesse, die beispielhaft Auskunft geben, wie sich die Zukunft der Zentren entwickle oder eine produktive Stadt aussehe. In Fellbach liege die Landwirtschaft und der Gartenbau „in der DNA der Stadt“, so Dr. Frank Lohrberg, Professor für Stadtplanung und Berater für das Fellbacher IBA-Projekt.

Das Projekt suche keine Lösungen für „Hobby-Gartenbauer“, sondern wie sich Wasser- und Stoffkreisläufe eines Gewerbegebietes mit einer professionellen Landwirtschaft verbinden lassen und wie ein Gewerbegebiet deutlich grüner und klimafreundlicher gestaltet werden können.

Nachverdichtung in Gewerbegebieten sei alles andere als einfach, doch die Luftbilder des Areals zwischen Bahnlinie und Stuttgarter Straße zeigten große Potenziale, waren sich die Akteure einig. Gerade für die anwesenden Eigentümer stellte sich die Frage, welche Nutzungen künftig zusätzlich eingebracht werden könnten und wo der Mehrwert für sie in einer Nachverdichtung liege. „Unser erstes Ziel ist es, Interessenten und potentielle Partner zu beraten und zusammenzubringen“, erklärte Ulrich Dilger. Der IBA-Koordinator verwies darauf, dass er sowie das gesamte IBA-Netzwerk als Ansprechpartner zur Verfügung ständen.

Ansprechpartner des IBA’27 Projektes in Fellbach:
Ulrich Dilger, IBA-Koordinator Fellbach, Telefon 0711 5851-449, iba@fellbach.de

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Redakteur / Urheber
© Sabine Laartz (Stadt Fellbach)