Über 200 Vorschläge beim Namenswettbewerb


Wie sollen die neuen Straßen auf dem alten Freibad-Areal und im Gewerbegebiet Siemensstraße heißen? Vorschläge dafür konnten alle Fellbacher seit Juli einreichen. „Wir sind mit guten Vorschlägen überrannt worden“, freute sich Baubürgermeisterin Beatrice Soltys in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 26.10.2021. Über 200 Vorschläge wurden eingereicht. Die Themengebiete waren dabei vorgegeben: Beim Freibad-Areal, auf dem drei Straßen und ein Platz benannt werden sollen, waren Namen aus den Themenfeldern Altes Freibad, Gemarkung, Obst, Bäume oder Wein möglich. Beim Gewerbegebiet Siemensstraße wurde für die zwei neuen Straßen entweder nach Naturwissenschaftlerinnen, nach einer naturwissenschaftlichen Nobelpreisträgerin beziehungsweise einem Nobelpreisträger aus Baden-Württemberg oder einer Erfinderin beziehungsweise einem Erfinder aus Fellbach gesucht. „Wir haben interessante, aber auch spaßige Vorschläge bekommen“, so Soltys.

Besonders das Themenfeld Freibad spornte die Teilnehmer offenbar zu kreativen Höchstleistungen an. So scheinen sich viele noch an die Infrastruktur des Schwimmbades zu erinnern und brachten deshalb Vorschläge wie „Im Planschbecken“, „Kässleweg“ oder „Am alten Sprungturm“. Andere wiederum schwelgten bei ihren Namensvorschlägen offensichtlich in Erinnerungen an so manchen heißen Sommertag: „Köpferweg“, „Freischwimmer“ oder  „Badenixenallee“. Weniger passend für einen Straßennamen, aber nicht weniger kreativ waren die Vorschläge „Bikini-Atoll“, „Pommesallee“, „Flossenweg“ oder „Eis-am-Stiel-Gässle“.

Dass die neuen Mitbürger an den Namensvorschlägen Spaß hätten, daran hatte Tine Hämmerle (FW/FD) keinen Zweifel. Dennoch betonte sie, dass ein Straßenname auch Identifikation bedeute. Zudem müsse er gut schreibbar und lesbar sein. Deshalb zeigte sie sich „nicht so glücklich“ über die potenziellen Straßennamen im Gewerbegebiet. „Zu lang und zu kompliziert“ fand sie vor allem die Doppelnamen einiger Frauen. Nadine Gothe (Grüne) kamen die Wissenschaftlerinnen hingegen zu kurz. Weswegen sie vorschlug, dieses Thema auch einmal in die Schulen zu tragen. Fraktionsvorsitzender Franz Plappert (CDU) plädierte dafür, sich bei der Namensfindung für das Gewerbegebiet nicht nur auf Frauennamen zu beschränken, sondern auch auf Erfinder und Wissenschaftler mit starkem Bezug zu Fellbach. Denn: „Die Neubenennung von Straßennamen kommt nicht häufig vor.“ Eine Meinung, der sich auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Möhlmann anschloss, der zudem auch betonte, dass „Namensfindungen ein schwieriges Unterfangen“ seien.

Eine Entscheidung über die endgültigen Straßennamen konnte der Gemeinderat aufgrund der Menge noch nicht treffen. Stattdessen stimmten die Stadträte dem Vorschlag der Verwaltung zu, sich im weiteren Verfahren auf die Themenfelder „Freibad“ und beim Gewerbegebiet Siemensstraße auf Wissenschaftlerinnen beziehungsweise Wissenschaftler, Unternehmer und Erfinder mit starkem Ortsbezug zu Fellbach zu konzentrieren. Für die Namensfindung wird die Verwaltung dem Gemeinderat eine Auswahl an Namen samt Hintergrundinformationen vorlegen. „Wir arbeiten vor und sie haben die Möglichkeit, sich zu entscheiden“, erklärte Soltys.

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Redakteur / Urheber
© Mareike Spahlinger (Stadt Fellbach)