Freibad-Areal soll Wohnraum für alle Lebenslagen bieten


Ein durchmischtes Quartier für Jung und Alt – für Familien, Paare, Singlehaushalte und Senioren, mit Eigentumswohnungen aber auch Mietwohnungen – soll es künftig werden: Das ehemalige Freibad-Areal im Fellbacher Süden. Es ist das derzeit größte zusammenhängende Gebiet für Wohnbauentwicklung in Fellbach, in einer der begehrtesten Wohnlagen der Stadt. Bereits im März hatte sich der Gemeinderat mehrheitlich dafür ausgesprochen, die dortigen Grundstücke baufeldweise zu vergeben. Nun hat das Gremium erneut über die weitere Projektentwicklung abgestimmt.

Konkret ging es um einen neuen sozialen Baustein im städtebaulichen Entwurf. Im Baufeld C soll zusätzlich zum pflegenahen Wohnen und betreuten Seniorenwohnen zukünftig auch eine stationäre Pflegeeinrichtung untergebracht werden. „Circa 48 bis 52 Plätze können hier geschaffen werden“, erklärte Baubürgermeisterin Beatrice Soltys. Auf dem Baufeld E sollen neben einer Seniorenhausgemeinschaft auch ambulante Versorgungseinrichtungen entstehen wie die mobile Pflegestation und eine Tagespflegeeinrichtung. Neben dem Baustein des Seniorenwohnens erhält das Gebiet auch eine zweigruppige Kita. Den überarbeiteten Plänen waren Gespräche über den notwendigen Mix der geplanten Einrichtungen vorausgegangen. Letztendlich wurde das Sindelfinger Entwicklungszentrum „Gut alt werden GmbH“ damit beauftragt, ein auf die Bedarfe von Fellbach zugeschnittenes Konzept zu erarbeiten. Herauskam das Gesamtkonzept „Wohnen in allen Lebenslagen“.

Die geplanten Baufelder auf dem alten Freibad-Areal

Ziel des städtebaulichen Konzeptes ist, ein Quartier für alle Altersgruppen aufzubauen. Daher gilt es, den Baustein für Seniorenwohnen ausgewogen mit zu integrieren. Deshalb werden im Gegenzug die benachbarten Baufelder B (Mieten und Eigentum) und E (Kita, Wohnen, Senioren-WGs) vergrößert. Daraus ergibt sich außerdem eine „leicht schrumpfende Sozial-Quote“, so Beatrice Soltys. „Uns geht es dabei um die höchste Wohn- und Lebensqualität in allen Lebenslagen.“ Sodass jeder, je nach seiner Bedürftigkeit, die Versorgung bekommt, die er braucht. In der Flächenbilanz des Areals bleiben auch nach der Anpassung 78 Prozent für das Wohnen für alle. Auch Oberbürgermeisterin Gabriele Zull betonte, dass mit dem Entwurf sowohl die Bedarfe der älteren Mitmenschen, als auch die der Familien und jungen Menschen berücksichtigt seien. „Diese Gratwanderung ist gut gelungen.“

Konzeptionell sei der Entwurf in Ordnung, finanziell hingegen nicht, monierte Andreas Möhlmann (SPD). Seine Fraktion habe im März eine deutlich höhere Sozialquote von mindestens 40 Prozent gefordert, da es sich um eine städtische Fläche handle. Dass diese nun reduziert werde, stehe dem entgegen. Nadine Gothe (Grüne) schloss sich inhaltlich „grundsätzlich“ ihrem Stadtratskollegen Möhlmann an. Trotzdem lobte sie das überarbeitete Konzept. Man merke, dass sich die Stadt mit der Einbindung von jungen Leuten, Senioren aber auch Mietwohnungen und Eigentumswohnungen große Mühe gegeben habe, einen eigenen „Fellbacher Mikrokosmos“ zu entwerfen.

Eine einmalige Chance sieht Karin Ebinger (FW/FD) in der Bebauung des Alten Freibad-Areals, da es sich um eine zusammenhängende Fläche in bester Lage handle. Beim gesamten Vorgehen würde ihre Fraktion die Gruppe der jungen Erwachsen und besonders der jungen Familien im Blick behalten. Da es gerade diese Gruppe in Fellbach besonders schwer hätte, passenden Wohnraum zu finden. Anja Off (CDU) hingegen legte das Hauptaugenmerk in der Aussprache auf ein selbstbestimmtes Wohnen im gleichen Quartier bis ins hohe Alter. „Das wünschen wir uns alle.“ Oft sei das allerdings nicht machbar. Deshalb begrüße ihre Fraktion den Mehrgenerationen-Ansatz auf dem Areal umso mehr. Mehrheitlich stimmten die Stadträte anschließend dem überarbeiteten Entwurf zu.

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Redakteur / Urheber
© Mareike Spahlinger (Stadt Fellbach)