Breitbandausbau schreitet schnell voran


Schnelleres Internet und der Gedanke an das, was in der Zukunft möglich ist, haben Peter Hauke vom Glasfaseranschluss für sein Haus im Fellbacher Oberdorf überzeugt. Nicht alles lief glatt, aber inzwischen funktioniert der neue Anschluss. Und: „Die Seiten bauen sich schneller auf“, lautet sein erstes Fazit nach wenigen Wochen mit dem schnelleren Internet. Nicht alle, aber viele seiner Nachbar haben es ihm gleichgetan und einen kostenlosen Glasfaseranschluss legen lassen sowie Verträge über den Anschluss an das Gigabit-Hochgeschwindigkeitsnetz der Telekom abgeschlossen, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein.

Vor gut zwei Jahren hat sich der 64-Jährige, der zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter samt deren Familie ein Mehrfamilienhaus bewohnt, dazu entschlossen. Es folgte das Legen der Leerrohre in der Straße. „Dafür wurde der Gehweg aufgemacht“, erklärt Hauke. Das habe zwar die Parksituation tagsüber erschwert, sei aber machbar gewesen. Die Verständigung mit den beauftragten Firmen bezüglich der Arbeiten sei gut gewesen. Die weiteren Schritte zum Glasfaseranschluss waren anschließend kaum mehr sichtbar.  „Das Leerrohr beziehungsweise Leerkabel wurde mithilfe der Erdrakete mit Pressluft bis ins Haus getrieben“, erinnert sich Hauke. Dafür musste nur eine kleine Stelle im Garten aufgegraben werden. Einige Wochen später wurde schließlich die Glasfaser von der Straße bis ins Haus geblasen. Danach folgten die Inhausverkabelung und schließlich der Zusammenschluss sowie die Aktivierung der Glasfaserdose.

Nur beim finalen Schritt, der Umstellung vom Kupferkabel auf Glasfaser, lief nicht alles glatt. „Im April hatten wir eine Woche lang kein Internet und Telefon.“ Nicht nur ärgerlich für ihn und seine Familie, sondern auch für die Nachbarn, bei denen der Umstieg auch nicht auf Anhieb funktionierte.  Abhilfe schaffte schließlich ein mobiler Router, bis das alte Kupferkabel noch einmal aktiviert werden konnten. Beim zweiten Versuch im Juni hat dann alles funktioniert. „Das Kupferkabel wurde nachts abgeschaltet. Morgens aktivierte ein Techniker gleich den neuen Anschluss.“ Zwar habe für seine Familie und ihn auch der alte Internetanschluss mit 50 Megabit gereicht, trotzdem setzt er auf die Zukunftstechnologie. „Wer weiß, was noch alles kommt.“

Was noch alles kommen kann, haben viele Berufstätige und Familien im vergangen Jahr gemerkt. Homeoffice und Homeschooling haben gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung ist. Auch Telemedizin und Pflegeüberwachung für Zuhause werden in Zukunft mehr an Bedeutung gewinnen, ist sich Dr. Christoph Pfefferle vom Amt für Wirtschaftsförderung sicher. Genauso wie die digitalen Informationen zum Energieverbrauch aus der Wohnung oder die Optimierung von Verkehrsflüssen. Für all das ist das schnelle Internet wichtig. „Auf einer gut ausgebauten Schiene fährt ein ICE noch schneller und Kunden sparen sich den Kurzstreckenflug“, zieht Pfefferle einen Vergleich.

„Der erste Ausbauschritt in Fellbach ist bereits geschafft. Die Gewerbegebiete sowie Privathaushalte in Fellbach-Süd und im Oberdorf sind fertig ausgebaut“, betont Oberbürgermeisterin Gabriele Zull, die sich sehr für den schnellen Glasfaserausbau stark gemacht hat. Bis Ende dieses Jahres soll auch die zweite Ausbauphase mit Fellbach-Nord und Schmiden-Süd beendet sein. „18 Prozent der Stadt sind schon ausgebaut“, weiß Pfefferle. Im Vergleich zu anderen Kommunen steht Fellbach damit gut da. „Das ist der Verdienst der guten und kooperativen Zusammenarbeit der städtischen Ämter, den Stadtwerken, dem Zweckverband Rems-Murr, der Gigabit Region Stuttgart  sowie der Telekom“, meinen die OB und der Wirtschaftsförderer.

Christoph Pfefferle räumt aber auch ein, dass zu Beginn erst ein gegenseitiges Verständnis geschaffen werden musste. Knapp über 30 Arbeitskolonnen waren zur ersten Ausbauphase für das Legen von 10.000 Anschlüssen ausgerückt. „Da steht der Verkehr still und es wird schwierig den Überblick zu behalten“, so Pfefferle. Dank der ordnenden Koordination von Seiten der Wirtschaftsförderung und dem guten Miteinander aller Beteiligten mit den ausführenden Baufirmen sowie dem Rückgang des Verkehrs durch die Pandemie habe es aber trotzdem gut funktioniert. Inzwischen ist Fellbach aufgrund der effizienten Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure ein Vorzeigeprojekt der Telekom. Aus den bisher gemachten Erfahrungen haben die Akteure gelernt, betont auch die Zull. „Beim zweiten Ausbauschritt wurde von Beginn an nur mit 4.000 Anschlüssen geplant, um den Verkehr nicht lahmzulegen“, erklärt Pfefferle. Auch sollte der ganze Prozess weg vom Kupferkabel hin zum Glasfaserkabel schneller gehen als es bei Peter Hauke noch der Fall war. „Die Problempunkte sind inzwischen erkannt worden“, resümiert er. Ambitioniert geht das Projekt Glasfaserausbau in Fellbach weiter. Läuft alles optimal und ist das Interesse von Seiten der Fellbacher da, kann bis 2025 alles ausgebaut sein.

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Redakteur / Urheber
© Mareike Spahlinger (Stadt Fellbach)