Fellbach bekommt einen Blitzer-Anhänger


Radarfallen dienen der Verkehrssicherheit. Doch auch bei der Reduzierung von Lärm und Schadstoffemissionen können sie zielführend sein. Genau aus diesem Grund beantragte die CDU-Fraktion des Fellbacher Gemeinderats im Rahmen der Haushaltsberatungen vor einigen Monaten eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachung beispielsweise an der südlichen Esslinger Straße. Von Seiten der Stadtverwaltung war schon länger ein mobiler PKW-Anhänger mit entsprechender Messtechnik vorgesehen. Im Haushaltsplan für 2022 sind deshalb nun Mittel in Höhe von 460.000,00 Euro für zwei neue und unterschiedliche Messanlagen vorgesehen. Bereits in diesem Jahr wird es eine neue mobile Messanlage geben.

Für das kommende Jahr vorgesehen ist eine stationäre Anlage. Besonders effektiv sind solche Säulen an Gefahrenstellen und potenzielle Unfallschwerpunkten. Selbst ohne Messeinheit haben die Säulen eine präventive Wirkung auf Autofahrer. Ein Standort für den Blitzer steht noch nicht fest. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise die Rommelshauser Straße, da die Ausfahrt der B 14 als Unfallschwerpunkt gilt.

Außerdem soll eine sogenannte semistationäre Anlage – ein Anhänger mit Messtechnik – den Verkehr in Fellbach künftig überwachen. Letzteres ist bereits seit längerer Zeit vorgesehen. Denn die Mischung aus „mobiler“ und „stationärer“ Anlage hat entscheidende Vorteile, da sie flexibel an verschiedenen Orten über Tage hinweg zum Einsatz kommen kann ohne Personalaufwand. Bei mobilen Messegeräten hingegen müssen stets ein oder zwei Mitarbeiter des Ordnungsdienstes zur Überwachung der Messung dabei sein. Neuere Generationen der Anhänger eigenen sich zudem auch zur temporären Überwachung von Durchfahrtsverboten zum Beispiel für Lastwagen.

Bereits in diesem Jahr wird noch das seit den 1990er-Jahren eingesetzte mobile Messgerät ersetzt. Die Anschaffungskosten dafür belaufen sich auf 130.000,00 Euro. In den vergangenen drei Jahren konnten bei der mobilen Geschwindigkeitsmessung an durchschnittlich 178 Tagen an 47 Messstellen im gesamten Stadtgebiet knapp 11.500 Überschreitungen festgestellt werden. 95 Prozent davon waren im Verwarnungsbereich (bis 20 Kilometer pro Stunde zu viel). Wobei hiervon der größte Teil nicht mehr als zehn Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs war. Ausnahmen gab es allerdings auch. Ein Bußgeld von 480,00 Euro und drei Monate Fahrverbot bekam beispielsweise ein Fahrer, der in der Stuttgarter Straße mit einer Geschwindigkeit von 119 Kilometer pro Stunde gemessen wurde.