Pförtnerung gefährdet Verkehrsprojekte in Fellbach


Nürnberger Straße Ecke Beskidenstraße

Die Neuplanung des Knotenpunktes Nürnberger Straße/ Beskidenstraße in Stuttgart bringt ein umstrittenes Thema wieder auf die Agenda. In der kommenden Woche steht eine sogenannte Dosierung des Verkehrsflusses an der Nürnberger Straße Richtung Stuttgart auf der Tagesordnung des Stuttgarter Gemeinderates. In den Morgenstunden soll die Anzahl der Fahrzeuge, die in die Stadt fahren, um rund 60 pro Stunde gesenkt werden. Die Stadt Fellbach lehnt den Beschluss ab und hat eine entsprechende Stellungnahme an den Stuttgarter Gemeinderat geschrieben. „Wir schlagen vor, die Situation gemeinsam zu besprechen. Wir haben momentan mehrere größere Verkehrsprojekte, die beide Kommunen betreffen“, erklärte Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull.

Das Thema ist bekannt: In den vergangenen Jahren wurde eine Pförtnerung an der Stadteinfahrt zu Stuttgart öfter diskutiert. „Damit erfolgt aber nur eine Verlagerung des Verkehrs“, ist Bürgermeisterin Beatrice Soltys überzeugt. Die Fahrzeuge würden sich auf der Gemarkung in Fellbach – „im Zweifelsfall bis zur Höhenstraße“ – zurückstauen oder sich auch andere Wege durch die Stadt suchen. „Der in Spitzenzeiten chronisch überlastete Kappelbergtunnel müsste gegebenenfalls noch mehr Autos aufnehmen.“ Doch nicht nur der Verkehrsstau ist ein Problem, die Planungen „gefährden auch eine der möglichen Trassenführungen des Radschnellweges, verschlechtern die Erreichbarkeit des Lindles und blockieren eventuell andere Knotenpunkten“, fasst die Baubürgermeisterin einige Punkte zusammen.

Bereits bei den vergangenen Diskussionen hatte die Stadtverwaltung daher die Stuttgarter Kollegen um Gespräche gebeten. Vereinbart war, dass die Fachämter und die zuständigen Dezernenten sich im Vorfeld austauschen. „Bisher ist dies leider noch nicht erfolgt“, so Soltys. Die Kenntnis über die anstehenden Beratungen stamme aus der Zeitung. „Daraufhin haben wir das Gespräch gesucht und auch eine umfangreiche Stellungnahme zur Vorlage geschrieben, die den Stuttgarter Gemeinderäten inzwischen vorliegen sollte.“ Das Thema steht am 18. Mai zur öffentlichen Vorberatung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik und am 20. Mai zum Beschluss im Stuttgarter Gemeinderat an. „Wir hätten uns gerne im Vorfeld ausgetauscht“, so die Bürgermeisterin. Die Stadt Fellbach lehne die vorgestellten Maßnahmen in dieser Form ab.

„Wir planen einen gemeinsamen Radschnellweg, der über die Nürnberger Straße von Stuttgarter nach Fellbach führen soll, sind im regionalen Mobilitätsmanagement miteinander unterwegs und haben auch so einige Verkehrsthemen, die wir miteinander besprechen sollten“, führt auch Oberbürgermeisterin Zull aus. Sie hat sich daher an ihren Amtskollegen Oberbürgermeister Frank Nopper gewandt und ein gemeinsames Gespräch vorgeschlagen.