Finanzieller Bonus fürs Fahrradfahren


Bewegung an der frischen Luft und dabei etwas für den Klimaschutz tun? Das geht ganz einfach – indem der Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad anstatt dem eigenen Auto zurückgelegt wird. Auch die Stadt Fellbach will ihre Mitarbeiter dazu motivieren. „Bei der Förderung umweltfreundlicher betrieblicher Mobilität hat die Stadtverwaltung Vorbild-Funktion“, betont Oberbürgermeisterin Gabriele Zull. Deshalb hat sich die Verwaltung im vergangenen Jahr am Projekt „bike & work“ beteiligt und dafür nun eine Urkunde erhalten. Erste Maßnahmen sind bereits umgesetzt.

Das Projekt des Landkreises zielt darauf ab, mehr Beschäftigte auf das Fahrrad zu bringen. Es beinhaltet eine kostenlose Mobilitätsberatung, eine Mitarbeiterbefragung und Unterstützung bei der Umsetzung von Maßnahmen der betrieblichen Mobilitätsförderung. Im vergangenen Sommer haben die Akteure von „bike & work“ die hausinterne Arbeitsgruppe „Betriebliches Mobilitätsmanagement“ ins Leben gerufen, zu der unter anderem die Stabsstelle „Radmobilität“ und das Stadtradel-Team „Ankurbler“ gehört. Diese Arbeitsgruppe hat sich mit den Ergebnissen der Mitarbeiter-Umfrage befasst und Neuerungen auf den Weg gebracht, die nun Teil der Radstrategie „Fellbach.go!“ sind.

„Ein besonderer Anreiz, das eigene Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit zu nutzen, soll der neue Radbonus sein“, erklärt Birgit Orner, Stabstelle Radmobilität. Wer sich also auf den Drahtesel schwingt, statt das Auto zu nutzen, bekommt einen steuerfreien Fahrtkostenzuschuss von 0,20 Euro für jeden vollen Kilometer. Dabei wird die kürzeste Radfahrverbindung (einfache Wegstrecke) zwischen zuhause und dem Rathaus hinterlegt. Im kommenden Jahr wird der Zuschuss auf 0,25 Euro je Kilometer angehoben. „Mit dem Radbonus zahlt sich für unsere Mitarbeiter ab sofort jeder Kilometer aus, der aktiv mit dem Rad zurückgelegt wird“, bekräftigt die OB. Auch beim Zuschuss für das VVS-Jobticket wurde nachjustiert. Bisher wurden bereits 75 Prozent für ein Jobticket der 2. Klasse bezuschusst. Nun können auch 1. Klasse-Tickets sowie übertragbare VVS-Jobtickets gekauft werden – der Förderzuschuss bleibt der gleiche, doch die Nutzungsmöglichkeiten sind für die Mitarbeiter vielfältiger. Zudem wird der bisherige E-Fahrzeug-Pool durch sechs neue E-Fahrzeuge ersetzt. Bei der Beschaffung arbeitet die Verwaltung mit den Stadtwerken Fellbach zusammen, die die Fahrzeuge über die deer GmbH, einem von den Stadtwerken Calw aufgebauten Mobilitätsdienstleister, least. „Das Konzept sieht vor, dass zwei der Fahrzeuge zu den Zeiten, in denen sie nicht dienstlich genutzt werden, für Mitarbeiter gegen ein marktübliches Entgelt privat zur Verfügung gestellt werden können“, so Orner. Außerdem steht für kürzere Dienstfahrten auch weiterhin ein adäquater Pool an städtischen E-Bikes zur Verfügung. Ebenso ist geplant, ein elektrisches Lastenfahrrad anzuschaffen, das für Boten- und Einkaufsfahrten innerhalb des Stadtgebiets Verwendung finden wird.

Weitere Themen stehen auch schon auf der Agenda der Arbeitsgruppe. Beispielsweise soll der bereits bestehende Fahrradkeller umgebaut werden. Das schafft mehr Abstellmöglichkeiten.  Zudem ist vorgesehen, bestehende Duschen und Umkleiden attraktiver zu gestalten. Auch das Thema Bike-Leasing soll besprochen werden. „Mit dem Radbonus und den anderen Maßnahmen kommen wir den Verbesserungsvorschlägen der „bike & work“-Umfrage sehr gut nach“, fasst Gabriele Zull zusammen. Auch ist die Oberbürgermeisterin überzeugt, die Motivation der Verwaltungsmitarbeiter so noch einmal zu erhöhen. Denn: „Jeder gefahrene Kilometer zählt – nicht nur beim Radbonus, sondern auch für unser Klima und unsere Gesundheit.“

Weitere Infos:

bike & work, Geschäftsstelle Klimaschutz im Landratsamt, Telefonnummer 07151 501-2155, E-Mail: klimaschutz@rems-murr-kreis.de

Stabsstelle Radmobilität Fellbach, Telefonnummer 0711 5851-577, E-Mail: radverkehr@fellbach.de

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