Digitaler Wandel: Unterstützung für Unternehmen

Das Virtual Dimension Center (VDC) Fellbach bietet Lösungen für virtuelle Zusammenarbeit

Das VDC, ein Kompetenznetzwerk für virtuelle Realität, bringt Menschen, Unternehmen, Forschungsinstitute und Organisationen zusammen, um an digitalen Zukunftsthemen zu arbeiten. Das Clusterzentrum bietet auch in Zeiten der Kontaktbeschränkungen Lösungen für die Zusammenarbeit.
 
Zwar konnten Anfang des vergangenen Jahres noch ein paar kleinere Treffen und auch ein Fachkongress inklusive Ausstellung in der Schwabenlandhalle stattfinden. „Mit der sich verschärfenden Pandemiesituation ab März wurde dann aber eine Umstellung auf Online-Formate notwendig“, sagte Runde. So wurde die Messe XR Expo, die 2019 noch mit großem Zuspruch in den Stuttgarter Wagenhallen stattfand, als reines Online-Format angeboten. 30 Aussteller und 430 Besucher haben die virtuelle Messe über eine Veranstaltungsplattform besucht. „Wir haben auf acht Kanälen parallel gesendet“, erzählte Runde. Auf einem Stream habe ein Kongress stattgefunden, auf sechs Kanäle konnten Aussteller live ihre Produkte präsentieren. Dabei wurde unter anderem mit digitalen Avataren und Brillen gearbeitet (VR-Headsets), die die Messebesucher direkt mit einbezogen oder 360-Grad-Videoübertragung angeboten. „Die Präsentationen waren technisch sehr unterschiedlich. Es wurde den Ausstellern überlassen, was sie anbieten können und wollen.“ In einer Lounge konnten die Teilnehmer zudem eine Auszeit nehmen und mit anderen sprechen. „Der Kontakt und das Netzwerken kam auch in der virtuellen Welt nicht zu kurz.“ In diesem Jahr plant das VDC seine Hauptmesse im Mai übrigens als hybride Veranstaltung mit digitalen und physischen Elementen.
 
Neben Veranstaltungen waren beim VDC im vergangenen Jahr sechs Projekte in Arbeit. Unter anderem das laufende Projekt „GeZu 4.0 Experimentierraum“, bei dem die Wirtschaftsförderung Fellbach Veranstaltungspartner ist. In den Experimentierräumen setzen sich Betriebe gemeinsam mit den Herausforderungen des digitalen Wandels auseinander. Beim Projekt „Lotsen für Virtuelle Technologien und Geschäftsmodelle", das vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium gefördert wird, unterstützt das VDC kleine und mittelständische Unternehmen bei der Einführung und Nutzung Virtueller Realität und Erweiterter Realität.
 
„Das ist wirklich ein Juwel der Stadt“, sagte Oberbürgermeisterin Gabriele Zull. „Je mehr wir es schaffen, dass alle miteinander voranzubringen, desto mehr haben wir als Stadt hier auch einen riesen Vorteil für unsere Unternehmen.“ Stadtrat Andreas Möhlmann (SPD) meinte: „Wir können zufrieden sein, wie Sie das VDC weiter etabliert haben.“ Denn die Themen, mit denen sich das VDC beschäftigt, seien „aktueller denn je“. Das VDC, das auch schon schwieriger Jahr hinter sich habe, habe sich nun zur Erfolgsgeschichte entwickelt, folgerte Ulrich Lenk (FW/FD).  „Digitale Messen und Veranstaltungsplattformen sind ein Zukunftsmarkt, der unendlich viele Möglichkeiten hat.“ Seiner Fraktion sei es besonders wichtig, dass man als Stadt auch einen Nutzen vom VDC hat, indem es beispielsweise Kooperationen mit Schulen oder der Stadt gibt. „Wir haben hier eine ganz tolle anerkannte Einrichtung – vor allem in Fachkreisen anerkannt“, betonte Steffen Ellinger (Grüne). Schade fände er allerdings, dass Privatpersonen das VDC oft nicht kennen würde. Deshalb würde er sich wünschen, dass man auch in diese Richtung mehr Angebote mache. „Das halte ich auch für sehr wichtig“, stimmte Runde zu. Deshalb hätten private Anwender und Interessierte im vergangenen Jahr die Möglichkeit gehabt, das VDC bei Tagen der offenen Tür näher kennenzulernen. Zudem wurden und werden Besuche des VDCs durch die Volkshochschule und durch die Jugendtechnikschule durchgeführt. Schließlich werde versucht, weitere Interessierte über die Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen.
 
Weitere Informationen:
Ganz frisch hat das VDC zwei Praxis-Leitfäden mit hoher Aktualität veröffentlicht: Der erste „Leitfaden für 360°-Streaming und VR-Broadcasting" zeigt, wie reale Panoramaaufnahmen erzeugt, verarbeitet und gestreamt werden, um realistische Umgebungseindrücke über Distanz zu vermitteln. Der zweite "Leitfaden für kollaborative XR-Anwendungen" stellt Möglichkeiten zur entfernten Zusammenarbeit in virtuellen 3D-Umgebungen (etwa Simulationen) vor. Die Leitfäden können kostenfrei hier heruntergeladen werden: https://www.vdc-fellbach.de/wissen/fachinformationen/studien-analysen/. Auch kostenfreie Beratungstermine können vereinbart werden.