Große Drüsenameise

Über die Große Drüsenameise – Tapinoma magnum

Hinter „Tapinoma magnum“ verbergen sich genau genommen drei gebietsfremde, superkoloniale Arten: Tapinoma magnum, Tapinoma ibericum und Tapinoma darioi. Diese drei Arten sind äußerlich nur sehr schwer zu unterscheiden, sie sind aber alle gebietsfremd und superkolonial.

Aktuell sind die meisten eindeutig identifizierten Kolonien in Süddeutschland Tapinoma magnum zuzuordnen. Solange eine eindeutige morphologische oder genetische Identifizierung der Arten nicht stattgefunden hat, bezeichnen wir die Vorkommen im Portal mit Tapinoma cf. magnum. Das „cf.“ steht für lateinisch „confer = vergleiche“ und bedeutet, dass es sich außer um T. magnum auch um eine der anderen, sehr ähnlichen Arten handeln könnte. Quelle:  www.naturkundemuseum-bw.de


Wie erkenne ich die Große Drüsenameise Tapinoma magnum?

Folgende Kriterien helfen bei einer ersten Einschätzung:

1. Verhalten
Im Sommer bildet diese Ameisenart teils breite, mehrspurige Ameisenstraßen.

2. Farbe und Größe 
Tapinoma magnum ist komplett schwarz gefärbt, ohne bräunliche oder rötliche Färbung des Körpers.

3. Brut-Transporte zwischen den Nestern
Typisch für die oft weitläufigen Tapinoma-Kolonien ist auch, dass die Arbeiterinnen sehr häufig Brut – also ihren Nachwuchs als Eier, Larven und Puppen – zwischen den einzelnen Nestern transportieren.

4. Körperbau
Ein wichtiges Erkennungsmerkmal bei Ameisen ist der Knoten zwischen Vorder- und Hinterleib (teils auch als zwei Knoten oder Schuppe ausgeprägt). Bei Tapinoma ist dieser Knoten flach und vom Hinterleib verdeckt, während er bei anderen Gattungen deutlich sichtbar ist.

5. Geruchstest
Wenn man eine Ameise vorsichtig reizt, verströmt sie einen intensiven Geruch. Oft wird dieser mit dem Geruch nach ranziger Butter verglichen – die Wahrnehmung des Geruchs ist jedoch sehr subjektiv. 

Weitere Infos

Tapinoma-Meldeplattform

Über das Meldeplattform bzw. das Meldeportal können  Vorkommen der Großen Drüsenameise an das von den Naturkundemuseen Stuttgart und Karlsruhe koordinierte Tapinoma-Forschungsprojekt gemeldet werden.

Die Tapinoma-Meldeplattform enthält außerdem eine Live-Karte der an unser Projekt gemeldeten und von uns bestätigten Funde.

Tapinoma Magnum melden

Pressemeldung vom 7. Juli 2026

Tapinoma magnum bestätigt – Wie geht es weiter?

Von einem privaten Einsatz von Insektiziden wird abgeraten. Bei großen Superkolonien sind lokale Anwendungen meist wirkungslos und können zudem Gesundheitsrisiken sowie Schäden für Umwelt und nützliche Insekten verursachen. Eine Bekämpfung sollte daher ausschließlich durch professionelle Schädlingsbekämpfer erfolgen.

Wichtig ist, den Befall umgehend der Gemeinde zu melden. Nur ein frühzeitiges, koordiniertes Vorgehen auf öffentlichen und privaten Flächen kann eine weitere Ausbreitung wirksam eindämmen.

Erfolgreiche Beispiele zeigen die Bedeutung abgestimmter Maßnahmen: In Kehl wird bereits früh im Jahr Heißwasser zur Bekämpfung eingesetzt. In Zürich konnte eine neu entdeckte Kolonie durch schnelles, koordiniertes Handeln von Gemeinde und Fachbetrieben beseitigt werden.

Mehrere Ameisen der Art Tapinoma magnum an einem Zuckertropfen (Bild rechts). Foto: A. Höcherl / SMNS








Eine Ameise der Art Tapinoma magnum. (Abbildung unten)
Foto:  A. Bellersheim / SMNS

Tapinoma an Zuckertropfen Massstab. c_A-Hoecherl_SMNS
Eine Tapinoma magnum. Bild: A-Bellersheim/SMNS
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