Doch auf dem bisher Erreichten will man sich in der Kappelbergstadt nicht ausruhen. So hat sich die Stadtverwaltung zum Ziel gesetzt bis 2012 klimaneutral zu werden, d.h. den durch ihr Handeln verursachten CO2-Ausstoß so weit wie möglich zu reduzieren bzw. durch Kompensationsmaßnahmen auszugleichen. Zudem hat Fellbachs Gemeinderat Ende 2007 das sog. 10³-Programm beschlossen. Binnen zehn Jahren sollen die CO2-Emissionen der Gesamtstadt um zehn Prozent reduziert werden. Dafür stehen zehn Millionen Euro bereit.
Fellbach stellt sich dem europäischen Vergleich
Klimaschutz ist für die Stadtverwaltung Fellbach keine konjunkturabhängige Modeerscheinung, sondern seit vielen Jahren Maßgabe des Handelns. Schon Mitte der 1990er Jahre wurde ein Energieeinsparprogramm aufgelegt. Und auch die Stadtwerke Fellbach sind beim Klimaschutz mit im Boot. Seit dem Jahr 2000 haben die SWF rund sechs Millionen Euro in den Bau eines Windparks, in solarthermische Anlagen, in Blockheizkraftwerke, in eigene Solaranlagen und eine eigene Erdgastankstelle investiert. Anfang 2009 hat die SWF-Biogasanlage auf dem Schmidener Feld den Betrieb aufgenommen. In diese Anlage investierten die SWF rund drei Millionen Euro.
Stadtverwaltung will bis 2012 klimaneutral sein
Fellbach bewirbt sich um den "European Energy Award" (EEA)
Die Klimaschutzerfolge Fellbachs sind unbestritten, die selbst gesteckten Ziele wurden bislang immer erreicht. Doch wird sich die Stadt auch einem europäischen Vergleich stellen und sich um den "European Energy Award" (EEA) bewerben. Im Mittelpunkt dieses europaweiten Zertifizierungsprozesses für den Energiebereich steht der effiziente Umgang mit Energie und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien. Das Zertifizierungsverfahren dient dazu, die bereits erreichten Erfolge im Energiebereich systematisch zu erfassen, kontinuierlich fortzuschreiben und zu sichern, aber auch neue Potenziale für weitere Energie- und Kosteneinsparungen zu erschließen.
Dadurch wird eine lückenlose und dauerhafte Erfolgskontrolle möglich und die eigenen Aktivitäten können mit denen anderer Städte einfacher und besser verglichen werden - und dies europaweit. Gleichzeitig wird der interkommunale Erfahrungs- und Wissensaustausch gefördert, was zu weiteren zukunftsweisenden Projekten im Energiebereich führen kann.
Verwaltungsinternes Energieteam hat die Arbeit aufgenommen
Nachdem das Umweltministerium Baden-Württemberg im Juli 2008 "grünes Licht" für die Teilnahme der Kappelbergstadt am EEA-Projekt gegeben und einen entsprechenden Förderantrag bewilligt hat und ein externer Fachmann als Projektbegleiter gefunden wurde, hat sich nun ein verwaltungsinternes Energieteam aus Vertretern verschiedener Ämter gebildet und die konkrete Arbeit am EEA-Projekt aufgenommen.
Dies bedeutet zunächst einmal eine echte Fleißarbeit in Form einer Ist-Analyse anhand standardisierter Fragebögen. Bislang durchgeführte klimaschutzrelevante Maßnahmen in den verschiedenen kommunalen Handlungsfeldern müssen erfasst und mit Punkten bewertet werden. Der Vergleich mit einer maximal erreichbaren Punktzahl führt zu einem Stärke-Schwäche-Profil, anhand dessen die vorhandenen Potenziale zur weiteren Steigerung der Energieeffizienz sichtbar werden.
In einem weiteren Arbeitsschritt wird das Energieteam dann ein energiepolitisches Arbeitsprogramm erstellen, dass im September 2009 dem Fellbacher Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll.
Ende 2009 kann dann auch der eigentliche Zertifizierungsprozess beginnen. Erreicht eine Kommune 50 Prozent der maximal möglichen Punkte auf der vorgegebenen Effizienzskala erhält sie den European Energy Award, für 75 Prozent den European Energy Award Gold. Die Zertifizierung erfolgt nach Überprüfung durch einen unabhängigen externen Auditor durch das Umweltministerium Baden-Württemberg.


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